| zurück |
| Geschichte:
|
Indianischer Siedlungsraum Ab 50'000 v. Chr. gelangen die ersten Jägersippen aus Asien kommend über die zugefrorene Bering-Strasse nach Alaska. Diese Paläo-Indianer durchwandern den Doppelkontinent von Nord nach Süd. Gegen 10'000 v. Chr. erreichen sie Feuerland. In Brasilien sind die ersten indianischen Siedlungsspuren 2'000 Jahre später an der Küste in Form so genannter Sambaqui-Muschelhaufen fassbar. Nach der Entdeckung Amerikas streiten die führenden Seemächte jener Zeit, Spanien und Portugal, um ihre Anteile an der Neuen Welt. 1494 wird dieser Konflikt durch einen Schiedsspruch vom Papst Alexander VI. geregelt. Im Vertrag von Tordesillas fällt - das noch gar nicht entdeckte - Brasilien in die portugiesische Einflusszone. Brasiliens Kolonialzeit (1500-1815) Geführt von Admiral Pedro Alvares Cabral betreten die Portugiesen 1500 bei Porto Seguro brasilianischen Boden; die Tupi-Indianer leisten - noch - keinen Wiederstand. Im Folgejahr erforscht der Florentiner Américo Vespucci im Auftrag der portugiesischen Krone die brasilianische Atlantikküste. Markante Buchten und Orte bennent er nach katholischen Schutzheiligen. 1532 gründet Martin Alfonso de Souza mit Sào Vicente bei Santos die erste europäische Siedlung auf brasilianischem Boden. Der portugiesische König Joào III. teilt die Kolonie in 15 Capitanias (Provinzen) ein. Da die zur Arbeit eingesetzten Indianer unter den vorgegebenen Arbeitsbedingungen nicht lange überleben, werden ab 1538 erste afrikanische Sklaven aus den portugiesischen Besitzungen in Westafrika herbeigeschafft. 1549 macht Generalgouverneur Tomé de Sousa Salvador da Bahia zur ersten Hauptstadt Brasiliens. Die Jesuiten erhalten per königlichem Dekret den Auftrag, Brasiliens Indianer zu christianisieren. Fünf Jahre später gründet der Jesuitenpater José de Anchieta Sào Paulo. Ab etwa 1600 durchstreifen Stosstrupps der Bandeirantes das weite Hinterland Brasiliens auf der Jagd nach indianischen Sklaven. Dabei vergrössern sie den brasilianischen Einflussbereich weit über die im Vertrag von Tordesillas vorgesehene Grenze hinaus, bis sie unweit der Grenze Paraguays von bewaffneten Indianern unter Führung von Jesuiten zurückgeschlagen werden. Doch die Sklaverei bringt auch Probleme mit sich. Immer mehr Leibeigene fliehen vor den unmenschlichen Lebensbedingungen und schliessen sich hinter den Palisaden ihrer Trutzburgen, den so genanten Quilombos, zu Gemeinden zusammen. In Palmares, dem grössten Quilombo, bilden 20'000 Menschen einen gefürchteten "Staat freier Neger", den die Portugiesen erst nach zähen, verlustreichen Kämpfen niederwerfen können. Das reiche Land lockt auch andere europäische Kolonialmächte. Ab 1630 bringt die holländische Westindien-Kompanie Pernabuco, Alagoas und Rio Grande do Norte unter ihre Kontrolle. Im 18. Jh. gewinnt die auf Zuckerrohranbau basierende Wirtschaft Brasiliens durch die eingeschmuggelte Kaffeebohne ein weiteres Standbein. Funde von Gold und Diamanten lösen einen Goldrausch aus und machen Minas Gerais mit einem Schlag zum Wirtschaftszentrum Brasiliens. Aufgrund seiner Nähe zu den Goldverschiffungshäfen wird 1763 anstelle von Salvador Rio de Janeiro neue Hauptstadt Brasiliens. König- und Kaiserreich Vor den französischen Eroberern fliehen 1808 Portugals König Joào VI. und sein 15'000 Personen umfassender Hofstaat unter britischem Geleitschutz nach Brasilien. Rio de Janeiro wird königliche Residenz und blühende Hauptstadt des Königreichs Portugal. Der König fördert den Freihandel, Banken, Industrie, Schulen und Universitäten. 1815 erhält das Land auf dem Wiener Kongress den Status eines Königreichs. 1821 kehrt König Joào VI. nach Lissabon zurück und ernennt seinen Sohn Dom Pedro zum Regenten von Brasilien. Anstatt der portugiesischen Cortes, Brasilien wieder auf den Status einer Kolonie zurückzustufen, beantwortet der Regent Dom Pedro 1822 mit der Unabhängigkeitserklärung; noch im gleichen Jahr wird er als Pedro I. zum Kaiser gekrönt. Nach neunjähriger Regierungszeit dankt er nach einem Militärputsch zugunsten seines erst fünfjährigen Sohnes Pedro d'Alcàntara ab. Ein Regentschaftsrat übernimmt die Amtsgeschäfte für den unmündigen Thronfolger. Weil in verschiedenen Landesteile Aufstände und Unabhängigkeitsbewegungen losbrechen und die nationale Einheit gefährden, wird Perdo d'Alcàntara 1840 schon mit 15 Jahren als Dom Pedro II. zum Kaiser gekrönt. Mitte des 19. Jh. wird der Kaffee zum wichtigsten Exportgut Brasiliens, während die Baumwolle und Rohrzucker produzierenden Provinzen des Nordostens allmählich verarmen. Nach wie vor aber basiert die Wirtschaft Brasiliens auf Sklavenarbeit. Zwar dürfen seit 1853 keine Sklaven mehr eingeführt werden, aber gehandelt werden sie weiterhin. Erst 1871 gewährt ein königliches Dekret wenigstens den Kindern brasilianischer Sklavenfamilien die Freiheit. Erst 1888 verbietet Brasilien angesichts wiederholter Sklavenaufstände als letztes Land der Erden die Sklaverei. Militärdiktatur und Republik 1889 besetzt Marschall Fonseca im Handstreich die Hauptstadt Rio. Dom Pedro II. muss abdanken und geht ins Exil nach Frankreich. In den kommenden vier Jahren erlebt Brasilien die erste Militärdiktatur. Erst 1894 wird mit Prudente de Morais erstmals ein Zivilist zum Präsidenten gewählt. Über vier Millionen Arbeitskräfte wandern aus Europa und Japan ein. Neben Kaffee wird Kautschuk ein Hauptausfuhrprodukt, doch bricht das brasilianische Kautschukmonopol zusammen, nachdem der Engländer Henry Wickham 1914 trotz scharfer Kontrollen Samen des Gummibaums aus dem Land schmuggelt, worauf die Briten in Ceylon und Malaysia ertragreiche Kautschukplantagen anlegen. Die Jahre 1930-54 stehen im Zeichen des populistischen Präsidenten Getúlio Vargas, der auf unterschiedlichen Wegen mehrfach an die Macht kommt. Obwohl sein Regime totalitäre Züge trägt, tritt das Land 1942 an der Seite der Alliierten in den 2. Weltkrieg ein, nachdem die Vereinigten Staaten das erste Stahlwerk Brasiliens errichtet haben. Ab 1956 treibt Präsident Juscelino Kubitschek die wirtschaftliche Entwicklung des Landes voran und lässt die Retortenstadt Brasilia als neue Hauptstadt errichten, die 1960 mit viel Pomp eingeweiht wird. Brasiliens Staatsverschuldung steigt dadurch in schwindelnde Höhen. 1964 stürzt ein Militärputsch den linksliberalen Präsidenten Joào Goulart. An die 20 Jahren steht die brasilianische Politik im Zeichen von Militärdiktaturen, die teilweise mit gnadenloser Härte gegen Oppositionelle vorgehen. In dieser Zeit verlassen viele Intellektuelle und Künstler das Land. Erst 1982 verabschiedet Präsident Figueiredo unter zunehmendem internationalen Druck ein liberales Wahlgesetz und lockert Sanktionen und Pressezensur. Demokratischer Neuanfang 1985 ist die Militärdiktatur überwunden, in Brasilien herrscht Aufbruchstimmung. Doch der gewählte Präsident Tancredo Neves stirbt, noch bevor er sein Amt antreten kann. Der von den Militärs zum Vizepräsidenten bestimmte José Sarney übernimmt die Regierungsgeschäfte. Korruption und Vetternwirtschaft blühen während seiner Amtszeit in zuvor undenkbarem Ausmass. Nachdem 1990 Fernando Collor de Mello als Sieger aus den ersten direkten Präsidentschaftswahlen hervorgegangen ist, hofft ganz Brasilien auf grundlegende Reformen sowie Massnahmen gegen Inflation und Korruption - vergebens. Nach nur zweijähriger Amtszeit wird er wegen passiver Bestechung seines Amtes enthoben. Im Folgejahr schockiert Brasilien die Weltöffentlichkeit mit Schreckensnachrichten: In Rio werden Strassenkinder von Polizisten vor der Cadelária-Kirche ermordet. in Roraima schlachten Goldsucher eine Gruppe Yanomami-Indianer ab. Unter den Toten sind viele Frauen und Kinder. 1994 gewinnt der frühere Finanzminister Fernando Henrique Cardoso die Präsidentschaftswahlen und wird 1999 wiedergewählt. Er führt 1997 eine Währungsreform durch. Der Real bleibt relativ stabil, sorgt aber durch seine Koppelung an den US-Dollar für eine Rezession mit vielen Arbeitslosen. Zur Jahrtausendwende feiert Brasilien sein 500-jähriges Bestehen. Indianer und Landlose protestieren bei den Feierlichkeiten gemeinsam. Datenquelle: Kosmos NaturReiseführer Brasilien |
| Wechselkurs: | 2.2 Riais (Real) = 1 sFr. |
| Diesel: | Ca. 1.7 Riais für 1 Liter entspricht ca. 0.75 sFr./Lt. |
| Anreise: | Mit dem eigenen Fahrzeug auf dem Landweg ohne Carnet de passage möglich. |
| Versicherung: | Auto-Haftpflichtversicherung, die wir in Argentinien abgeschlossen haben, ist auch für Brasilien gültig. (s. Länderinfo Argentinien) |
| Camping: | In den touristischen Orten viele Campingplätze vorhanden. Wild Campen nicht überall zu empfehlen. Gut kann auf den grossen Tankstellen übernachtet werden (meistens super Duschen!) |
| Gas | Wir haben viel in den feinen Restaurants gegessen (zum Mittag Buffet mit Fleischspiessen, mhhh..) und so mussten wir unsere Gasflasche nicht auffüllen. |
| Strassen- verkehr: |
Die Hauptverbindungen sind gute Asphaltstrassen. Transpantanera Schotter aber in gutem Zustand in der Trockenzeit, ausser die Brücken. In den Städten z.T. einiges Verkehrsaufkommen, Nebenstrassen wenig Verkehr. |
| Strassen- gebühren: |
Die meisten Asphaltstrassen sind gebührenpflichtig. |
| Reiseführer: | Brasilien (Kosmos Naturreiseführer), Brazil Footprint (englisch) |
| unsere Tipps: | bisher: Transpantaneira, Chapada dos Guimaraes, Bonito, Cataratas do Iguaçu (Wasserfälle) |
| zurück |