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Griechenland, der Peloponnes |
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Nach einem heissen Sommer sind wir für eine kleine Tour mit
unserem Toyota Landcruiser bereit. Wir entscheiden uns für Griechenland, die Temperaturen sollen dort noch angenehm warm sein,
und schiffen uns, nach einer Übernachtung am wunderschönen Gardasee, in Venedig
auf eine Autofähre ein. Auf der Fähre können wir im Auto übernachten und testen dies
schon mal bei geschlossenem Dach, da ein mächtiger Wind bläst.
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auf der Autofähre
Nach ca. 32stündiger Fahrt spuckt uns die Autofähre in Patras auf dem
Peloponnes an Land. Es ist schon spät abends und unser erster
Übernachtungsplatz ist ein Parkplatz. Der Peloponnes ähnelt einer Hand mit Daumen und drei Fingern, die nach Süden
zeigt. Durch den Kanal
von Korinth ist der Peloponnes vom Festland getrennt (oder verbunden?) Unsere erste Etappe führt
uns
durch das Hinterland von Achaia, im Norden der Peloponnes. Durch hügelige Landschaft, begleitet von
Ziegenherden und Olivenhainen kurven wir durch kleinen Dörfchen bis zum
Felsklotz von Akrokorinth. Der abgeflachte Berggipfel mit den Überresten der
strategisch wichtigen mittelalterlichen Befestigungsanlange wirkt überaus
beeindruckend. Das antike Korinth, hatte einst 3'000 Einwohner und war
Verkehrsknotenpunkt zwischen Asien und Europa, ist mit den über sieben Meter
hohen Säulen des Apollon-Tempels einen Besuch wert.

Akrokorinth
Der Daumen der peloponnesischen Hand ist das Mekka der Kulturreisenden.
Erstes Ziel: Der Larissa-Berg (276 m)! Der grandiose Blick über die argolische
Ebene sowie die sechseckige Burg und ihren zwei eindrucksvollen Aussenmauern
lohnen einen Besuch. In Argos ist Markttag, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen
wollen. Wir schlendern durch die vielen Marktstände die allerlei anbieten. Die
vegetarische Abteilung hat es uns besonders angetan, wunderbares, saftiges und
farbenprächtiges Obst und Gemüse wird feil geboten. Natürlich können
auch Kleider, Tischdecken, Scheren, Schminkware und vieles mehr erstanden
werden. Die vor rund 3'000 Jahren entstandene Festung Mykene mit ihren wuchtigen
Zyklopenmauern, dem tonnenschweren Löwentor und den legendären Schachtgräbern
gehört zu den grossen kulturhistorischen Attraktionen Griechenlands, die wir
uns nicht entgehen lassen wollen. Wir schlendern durch das weitläufige Gelände
und sind fasziniert von der damaligen Baukunst. Wie kamen nur diesen riesigen
Steinklötze hier rauf?

das
Löwentor
Das antike Nemea haben wir ausgelassen, dafür aber ein paar edle Tropfen
Nemeischen Rotwein eingekauft. In der Nähe von Nafplio haben wir einen wunderbaren Strand entdeckt,
der nicht von Palmen sondern von Eukaliptusbäumen gesäumt ist. Das Meerwasser ist wunderbar klar
und angenehm warm, ideal zum baden. Nafplio ist ein nettes
Hafenstädtchen mit einer malerischen Altstadt und besitzt ausserordentlich viel
Charme und ladet zum verweilen ein.

der Hafen von Nafplio mit dem venezianischen Fort auf dem Inselchen
Bourtzi im Hintergrund
Unser nächster Stop ist die einsamen, verlassenen Fokiano-Bucht. Da eine 12
km lange steile Schotterstrasse der einzige Zufahrtsweg zu diesem Traumstrand ist, sind wir die einzigen Gäste dort. Am nächsten Tag
kommt noch ein Segelboot angetuckert und ankert in der Bucht.

der Strand von Fokiano
Wir kommen zum östlichen Finger der Peleponnes. Monemvasia: Das auf einem
wuchtigen Felsklotz gebaute Dorf, durch einen schmalen Damm mit dem Festland
verbunden, hat sein mittelalterliches Gepräge ins 21. Jahrhundert retten
können. Die Stadt besteht aus einer
Ruinenstadt auf dem Gipfel (Oberstadt) und die wieder bewohnte und wunderschön
renovierte Stadt auf Meereshöhe (Unterstadt). Enge,
mit Steinen belegte Gassen führen durch diese bezaubernde Unterstadt, an einigen Ecken
servieren nette Cafes griechischen Kaffee. Der Weg zur Oberstadt ist steil, aber lohnenswert.
In den Gassen der Unterstadt Monemvasias
Der Anfahrtsweg zum Kap Maleas ist beeindruckend.
Er führt durch malerische Bauerndörfchen und durch grandiose Beglandschaften.

Im Hafen von Gythio schaukeln farbenfrohe Fischerboote sowie hochseetaugliche
Seegelboote. Wir schlendern vom Hafen zum Leuchtturm. Hier soll die Schöne
Helena und Paris ihre erste Liebesnacht auf der Flucht von Sparta nach Troja
verbracht haben.
Weiter führt uns der Weg durch den mittleren Finger, die "Mani". Die Wohntürme der
Mani, erinnern an Burganlagen und passen zu dieser kargen und gebirgigen
Landschaft.
Steile Felsen fallen ins Meer und fast unzugänglich, so scheint es, sitzen die
Dörfchen irgendwo auf einem Felsvorsprung oder auf einer Hügelkuppe.

die Wohntürme der Mani
Am Kap
Tenaro, neben Gibraltar der zweitsüdlichste Punkt europäischen Festlandes, beschert uns mit
einem heissfeuchten Klima. Wir haben am Tag 28 Grad C und in der Nacht kühlt
es nur um 4 Grad ab, und das im Oktober! Schenkt man der Mythologie Glauben, so
soll sich hier in einer Höhle einer der Eingänge zum "Hades" (die Hölle)
befinden.

am Ende des Weges: der Leuchtturm von Kape Tenaro
Dem westlichen Finger des Peloponnes ist mit einer sanften, fruchtbaren Küstenlandschaft
und Ebenen ausgestattet.
Man schreibt den 9. August 1500. Sultan Bajezid II. belagert nun schon einen
Monat vergeblich die wichtige Festung der Venezianer am südwestlichen Zipfel
des Peloponnes. Etwa 100.000 türkische Soldaten marschieren auf. Nach den
wochenlangen Gefechten ist die 7.000 Mann starke Truppe der Markusrepublik
erschöpft. Venedig verliert einen bedeutenden Hafen und Militärstützpunkt an
das Osmanische Reich. Wir besichtigen diese Festung von Methoni und sind stark
beeindruckt. Die Mauern dieser Burg sind meterdick und die Küste voller spitz hervorragenden Klippen, dass ein
Angriff von See nicht einfach war. Am besten hat und der guterhaltene Turm
gefallen, der über eine Brücke zugänglich, aus dem Meer hervorragte.

die Festung von Methoni
Die Sichelförmige Sandbucht von Voidokilia auch Ochsenbauchbucht genannt, lädt
zum längeren verweilen ein. Die Bucht liegt in einem Naturschutzgebiet und so
finden hier Grau- und Fischreiher, Flamingos, Eisvögel und viele andere Tiere
ein schönes Refugium. Sogar Camäleons soll es geben - leider haben wir keines
gesehen. An einem wunderschönen sonnigen Tag besteigen wir die hohe Sanddüne
an einem Ende der Bucht und wandern zur Nestor-Grotte hinauf. Die Grotte ist
eine "normale" Höhle, doch der Ausblick von dieser Höhe ist
wunderschön. Wir wollen weiter hinauf, zum Kastell "Paleo Kastro" auf
dem Gipfel. Leider ist
der Weg zu felsig und steil für mich und so kehren wir um. Wir gehen am Fusse des Berges
herum und können von der anderen Seite das "Paleo Kastro" erreichen. Von
der Burg ist nicht mehr viel übrig, doch der Rundblick ist phantastisch.

Ochsenbauchbucht umgeben von Sanddünen
Als letzte Destination entscheiden wir uns für den Strand bei Kalorgria, 40 km vor Patras.
Der Weg dorthin ist geprägt von einer sumpfigen Landschaft mit Lagunen und
kleinen Süsswasser-Seen und dem Strofilia-Küstenwald (hauptsächlich
Schirmpinien und Aleppokiefern), dazwischen schwarz-weisse Kuherden. Inmitten
des flachen Schwemmlandes steigt eine steile Felswand auf, davor eine fotogene
kleine Kapelle...

...............
Nach dieser 26-tägigen Rundreise um den Peloponnes und 2743 gefahrenen
Kilometer treffen wir wieder in der bitterkalten Schweiz ein. Nun haben wir noch
zwei Wochen Zeit, um die restlichen Vorbereitungen unserer Südamerika-Reise zu
erledigen.
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