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Oktober 1995- Mai 1996 / Überland Schweiz-Indien-Thailand
In Oberbipp/BE starteten wir die Motoren unseren zwei voll beladenen Motorrädern, eine Yamaha Ténére 600 und eine Suzuki DR Big 800 bei schönem Herbstwetter. In Luzern holte uns eine Schlechtwetterfront ein und wir konnten unsere Regenkombis auf ihre Funktionstauglichkeit prüfen. In unserem Zimmer in Lugano spannten wir Leinen kreuz und quer durchs Zimmer, damit wir unsere nassen Sachen zum trocknen aufhängen konnten. Die Regenkombis hatten uns trocken gehalten, aber leider war bei einzelnen Gepäckstücken etwas Feuchtigkeit eingedrungen. Es sollte aber unser letzter grosser Regen auf diesem Kontinent sein. Ganz anders hat uns dann der Monsunregen in Malaysia gepackt. In Ancona fuhren wir auf die Fähre nach Igumenitsa, Griechenland und verbrachten unsere erste Nacht im Zelt und auf einem wunderschönen Campingplatz direkt am Meer. In Meteora verbrachten wir einen Tag und besuchten die wunderschönen Felsenkloster, die in Schwindel erregender Höhe auf die runden Felsen, farblich mit der Natur verschmelzend, erbaut wurden.

Kloster in Meteora
Vier Tage später überquerten wir die Grenze in die Türkei. In Istanbul fuhren wir ohne Stadtplan herum, kamen zuerst über den Bosporus auf die asiatische Seite, kehrten wieder um und fanden bald ein nettes Quartier. Erich organisierte zu Fuss eine Parkmöglichkeit für unsere Mopeds und ich wartete so lange auf ihn. Es war ein interessantes und aufregendes Gefühl, alleine mit den beiden Mopeds in dieser grossen fremden Stadt, die der Abenddämmerung zusteuerte. Ich wartete fast eine Stunde bis Erich zurück kam. Er hatte ein tolles Plätzchen gefunden und so parkierten wir die Mopeds, und quartierten uns in einem einfachen Hotel. Nach unserem heutigen Marathontag (505 gefahren und 5 km zu Fuss) haben wir uns ein tolles Abendessen verdient. In einem Restaurant konnten wir feine Kebabs verspeisen. Wir genossen vier Tage in dieser wunderschönen Stadt bei herrlichem Herbstwetter. Weiter ging es mit unseren Motorrädern Richtung Osten, durchs wilde Anatolien, an korrupte, vielleicht nicht ganz echte Polizisten, bis zur Grenze Türkei/Iran. Ich war etwas nervös, musste ich doch acht geben, dass meine Haare unter der Motorradhaube nicht zum Vorschein kamen. Der Grenzübergang war sehr eindrücklich. Die Formalitäten auf der türkischen Seite konnten wir rasch abwickeln, auf der iranischen Seite wartete ich mit den Motorrädern und Erich ging mit den Papieren los. Als ich so da stand und um mich blickte, sah ich eine Gruppe Frauen, die auf einem am Boden ausgebreiteten Teppich sassen und plauderten. Als eine der Frauen zu mir blickte, winkte sie mich zu ihnen. Ich setzte mich zu ihnen auf den Teppich, die Motorräder schön im Blickfeld, und wir begannen zu plaudern. Natürlich kann ich kein Farsi und sie konnten kein Deutsch, Englisch oder Französisch, doch trotzdem erfuhr ich so einiges. Unter den schwarzen Gewändern kamen farbenfrohe Kleider zum Vorschein sowie wunderschöner Schmuck. Als Erich nach ca. 45 min. zurückkam und die Motorräder alleine sah, bekam er für einen kurzen Moment eine weissliche Gesichtsfarbe. Doch ein bärtiger grosser Mann neben ihm zeigte auf die Frauengruppe, bei der ich sass. Zuerst konnte mich Erich gar nicht recht erkenne unter den vielen schwarzen Gewändern. Es war schon spät am Nachmittag und wir wollten weiterfahren. Der Abschied war herzlich, sogar der grosse bärtige Mann küsste Erich auf beide Wangen. Das war für uns ein wunderschöner Einstieg in eine für uns neue und fremdartige Kultur.

Auf der Autobahn kurz vor Teheran
Wir fuhren in 14 Tagen durch den Iran und verbrachten wunderschöne Tage. Esfahan erlebten wir als aufgeschlossene und angenehme Stadt. Wir besuchten ein altes Karavanenhotel, den Naghsh Jahan Square mit seinen eindrücklichen Bauten und relaxten bei einem Tee (ohne Wasserpfeife) unter den Brückenpfeilern der Stadt. Nein, nicht wie Obdachlose, sondern in härzigen Nieschen, die klevere Kaffeebesitzer, unter den Pfeilern des über den sanft dahin fliesenden Flusses gebauten Brücke, eingerichtet haben. Im Sommer eine angenehme Abkühlung des heissen Tages, natürlich nur den Männern vorbehalten. Weiter ging es in die Wüste Lut zur Oasenstadt Bam. Wau, die unbewohnte Altstadt sah echt fantastisch aus. Doch auch der bewohnte Teil war toll, überall standen mit Datteln behangene Palmen.

Die unbewohnte Wüstenstadt Bam
Nun kam der kritische Teil unserer Reise. Der Grenzübergang zu Pakistan war relativ einfach. Der Posten lag wirklich im Nirgendwo, es bestand nicht mal die Möglichkeit, Wasser zu kaufen. Nach der Grenze beginnt das sagenumworbene Belutschistan, ein sandiger und karger Teil im südwesten Pakistans. Die nächsten 300 km sind berüchtigt für nächtliche Überfälle und mir war etwas mulmig zu mute. Die Piste, die vom Grenzposten wegführte, bestand aus Schotter- und Sandpisten. So übte ich mich zum ersten mal in meiner Motorradkarriere im Sandfahren. Ich muss sagen, es machte mir nicht gerade viel Spass, vor allem musste ich zum Ausweichen der entgegenkommenden LKWs in den Tiefsand fahren, wo ich fast nicht mehr rauskam. Wir schafften die Strecke von 170 km bis Dalbandin relativ gut und konnten dort bei einem netten Polizeiposten übernachten. Wir fühlten uns bei diesen netten Menschen sicher und unser Zelt bot uns etwas Privatsphäre. Am nächsten Tag fuhren wir die 350 km bis Quetta - im vergleich zum Vortag - auf relativ guter Strasse. Wir waren schon eine Stunde unterwegs, da wurde es seltsamerweise immer wie dunkler. Ich konnte gar nicht recht verstehen was da vor sich ging und hielt an. Und schon war er da, der Sandsturm. Wau, ich musste mächtig mit meinem Motorrad kämpfen, dass ich es nicht fallen lies. Es bliess mich hin und her und überall wirbelten diese feinen roten Sandkörner umher. Genau so plötzlich wie er gekommen war, war der Sandsturm wieder weg.

keine Castrol-Werbung sondern eine Tankstelle in Belutschistan
Oh Quetta, du staubige Stadt mit Nägel im Essen, trotz alle dem hast du uns mit deinem Charm verzaubert. Die weiteren Fahrtage waren für mich anstrengend. Die Strassen waren verlöchert, zum Teil sandig, eng und auch kurvig. Der Verkehr zwängte sich ohne Regeln durch die Landschaft. Abends konnte ich mich dafür in den Garküchen kulinarischen verwöhnen lassen. Es bestand immer viel Auswahl, wie Alugobi mit Tschapatti (Kartoffel-Blumenkohl-Curry mit Fladenbrot), Linsengerichte und allerlei andere Currys verzückten meine Geschmacksknospen. In Lahore standen wir einige Tage auf dem Campingplatz und trafen Dani (BMW R80 G/S) CH, Graham und Lindsay (Landrover) GB, wieder, mit denen wir durch die Wüste Lut gefahren sind. Nun stand der Grenzübergang nach Indien vor uns, den wir rasch und ohne Probleme übequeren konnten.

Kartenausschnitt aus dem Tagebuch
In Amritsar stiegen wir in einen wunderschönes Hotel mit einem dazugehörigen englischen Rasen ab. Wir genossen das Campieren und verbrachten die Tage mit Bea und Walter aus Obwalden (CH), die auch mit dem Motorrad (BMW R100 GS und BMW R 80) unterwegs waren. Wir nahmen uns Zeit, den gewaltigen goldenen Tempel von Amritsar, das grösste Heiligtum der Sikhs, zu besuchen. Mit Bea und Walter fuhren wir weiter Richtung MC Leod Ganj. Kurz nach Amritsar bemerkte ich, dass mein Hinterpneu Luft verlor. Wir hielten am Rande der Strasse an, und Erich und Walter bauten mein Hinterrad aus. Mit dem Rad unterm Arm fuhr Erich mit einer Ricksha zum nächsten Vulkanoer (Pneuflicker), und schon war der Schaden für 30 Rappen behoben.

Töffpanne in Nordindien
Während wir warteten, konnte auch der Teeverkäufer sein Geschäft mit uns tätigen, so ein Reifenwechsel macht durstig. Nach einer wunderschönen Fahrt und weiteren 200 km kamen wir in MC Leod Ganj an und suchten uns ein Hotel. Wir fanden leider keines mit einer guten Parkmöglichkeit für unsere Motorräder. So stellten wir unsere Motorräder direkt an der Hotelmauer ab, die zur Strasse lief. Der Ort ist idyllisch in den Bergen gelegen. Die Möglichkeit, eine Audienz bei seiner Heiligkeit des Dalai Lamas, der 14. Inkarnation von Chenresig, der Gottheit des universellen Erbarmens im tibetische Buddhismus, (der aber zur Zeit nicht im MC Leod Ganj weilte) zu bekommen, zieht immer viele Touristen an. Wir erkundeten die Gegend zu Fuss und verbrachten gemütliche Tage. Am letzten Tag hatten wir ein wunderbares Erlebnis. Als wir uns an diesem Morgen auf die Strasse begaben, kamen uns die Leute alle "anders" vor, eine spezielle Atmosphäre breitete sich aus. Die Hauptstrasse war rechts und links von Menschen gesäumt, die warteten. Ich konnte die Luft förmlich spüren und das Knistern hören. Dann kam ein Mercedes angefahren, in dem der Dalai Lama sass. Er kam nach Hause, winkte seinen Leuten und lächelte sie an. Es war ein wunderschöner Augenblick, den ich nie vergessen werde. Es ging weiter nach Mandi und ins Kulu Tal. Die Strasse nach Vashisht war halb weggeschwemmt und wir hatten auf dieser schlammigen und steinigen Piste zu kämpfen. Der letzte Kilometer war am schwierigsten, steil, unübersichtlich, rutschig und es fing soeben an zu schneie. Nach diesen Strapazen gönnten wir uns ein Bad in den heissen Quellen. Am nächsten Tag verliessen wir die Höhen auf der anderen Talseite auf einer tadellos geteerte Strasse.

Auf dem Weg durchs Kulu Tal
Bis wir in Delhi unser Zelt auf dem Areal des Touristcamps aufstellen konnten, mussten wir uns zuerst in stundenlanger harter Arbeit einen Weg durch das abgasreiche Verkehrschaos der Stadt erzwingen. Das Touristcamp, eigentlich eine schreckliche Anlage, mitten in der verkehrreichen Stadt, die sanitären Anlagen in schlechtem Zustand und überall sandig und staubig. Trotz allem hatten wir dort eine gute Zeit. Erich führte bei beiden Motorräder den Service durch und wir hatten auch die Möglichkeit, mit anderen Overlander zu plaudern. Beim Gemüseeinkaufen auf den verschiedenen Märkten sahen wir etwas von Delhi, doch eine Besichtigungstour unternahmen wir nicht. Mit unseren neu revidierten Töffs erreichten wir nach einer verkehrsarmen Strecke Agra, wo wir wieder ein Hotelrasen zum campieren fanden. Ich war schon sehr gespannt auf den Besuch beim Taj Mahal. Am nächsten Tag standen wir früh morgens auf, tranken vor dem Eingang noch einen Chai um uns aufzuwärmen und waren die ersten im Park des Taj Mahals. Der Nebel verschleierte das gewaltige Bauwerk, die Sonne erhob sich und die rosa Färbung auf dem makellosen weissen Marmorbau versetzte alles in eine Traumwelt. Es ist wahrhaftig wunderschön. Wir verbrachten noch einige Stunden im Park und genossen. Nach zwei Tagen fuhren wir durch das Gassengewirr von Agra raus nach Jaipur und weiter zum heiligen Ort Pushkar. Die Fahrt war angenehm, mit wenig Verkehr und einer abwechslungsreichen Landschaft. Pushkar an einem kleinen See gelegen, mit weissen Häusern gesäumt ist genau der richtige Ort, um ein paar Tage auszuruhen. In Udaipur packten wir unseren Rucksack voll mit Winterklamotten. Wir werden keine kalten Gegenden mehr bereisen und haben uns entschlossen, die "dicken Kleider" sowie unser Zelt nach Hause zu schicken. Der Gang auf die Post war ein Abenteuer für sich. Wir mussten den Rucksack in eine Jutensack einnähen. Somit gingen wir zuerst einen Jutesack kaufen und ich nähte mal eine Stunde. Zurück auf der Post benötigten wir eine weitere Stunde für die Aufgabe des Paketes mit diversen Formulare, die wir auszufüllen hatten. Doch schlussendlich waren wir um einiges leichter und die Gegenstände kamen auch zu Hause an. Wir wollten Weihnachten in Goa feiern und fuhren die nächsten paar Tage auf direktem Weg südwärts. Die Umfahrungsstrasse von Bombay war absolut chaotisch und ich hatte Mühe meine Beine auf den Rasten des Motorrades zu halten, da der Motor so heiss wurde, dass ich mich fast verbrannte. Wir waren mehrere Stunden in stockendem Stauverkehr und hatten es schwer, uns gegen die grossen LKWs und Busse zu behaupten. In Goa fanden wir ein wunderschönes Häusschen, 2 Gehminuten vom Strand entfernt für 5 Franken pro Tag. Wir hatten ein grosses Zimmer als Schlaf- und Wohnraum und ein grosses Bad. Dazu gehörte noch eine Veranda. Vor der Veranda befand sich ein alter Ziehbrunnen, dessen Quellwasser köstlich schmeckte. Unsere Nachbarn war ein Paar aus Singapore, Sonja und Michael Fong, die mit ihrer BMW R 100 GS Überland nach Europa unterwegs waren. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, sollten sich unsere Wege wieder in Europa kreuzen. Wir verbrachten 18 wunderschöne Tage in Goa mit Baden, faulenzen, Essen, mit anderen Touristen plaudern, die Gegend mit dem Motorrad erkunden, auf dem bekannten Anjunamarkt herumstöbern und nochmals einen vollbepackten Rucksack nach Hause senden. Langsam wurden wir wieder unruhig und fuhren mit leichtem Gepäck weiter Richtung Süden. Die Strassen waren fast verkehrsfrei uns wir konnten die Fahrt total geniessen. Wir blieben für eine Nacht im Youthhostel bei den Jogfalls, Wasserfälle die 250 Meter in die tiefe stürzen, und fuhren weiter nach Belur. Als wir die Motorräder vor dem Hotel parkierten, bemerkten wir, dass Erich im Hinterpneu fast keine Luft mehr hatte. Nach dem Duschen und Essen machte sich Erich an die Flickarbeiten des Hinterrades. Zwei Tage später fuhren wir weiter und bewunderten Felder, die mit Reis, Sonnenblumen, Palmen, Bananenbäume oder sonstigem Gemüse bepflanzt sind. In Mysor besuchten wir den grossen Gemüsemarkt und in Ooty nahmen wir uns ein wunderschönes Zimmer in einer englischen Villa. Auch Kodaikanal liegt wie Ooty in der Höhe, ca. 1700 m.ü.M. und es wurde in der Nacht recht frisch. Wir hatten nicht sehr gutes Wetter und sahen daher von der versprochenen schönen Aussicht nicht viel. In Thekkady besuchten wir einen Nationalpark und konnten viele Vogelarten und wildlebende Elefanten vom Boot aus beobachten. Kovallam, unsere nächste Station für eine Woche, gefiel uns beiden sehr. Ein härziger Ort am Meer, umgeben von wunderschöner Vegetation. Abends schlenderten wir am Strand entlang und assen in einem der vielen gemütlichen Strandrestaurants einen frisch gefangenen Fisch oder Curry. Bevor wir in Madras ankamen, besuchten wir noch den südlichsten Punkt von Indien, ans Kap Comorin. In Madras machten wir uns auf Suchen nach einer Schiffsagentur, die unsere Motorräder nach Singapore verschiffen sollte. Unsere Flugticket waren schnell gebucht. Es klappte alles ohne grossen Zwischenfällen und nach 6 Tagen stiegen wir in das Flugzeug nach Singapore. Wir kannten Singapore beide schon von unseren früheren Reisen her, wurden aber von makelloser Sauberkeit fast erschlagen. Wir warteten einige Tage auf unsere Motorräder. Als wir erfuhren, dass das Schiff mit Verspätung ankommen würde, zog es uns nach Malaysia auf die Insel Pulau Tioman. Wir hatten gemütliche Tage dort, konnten am Strand rumhängen, spazieren gehen, baden oder einfach nur relaxen. Zurück in Singapore schnappten wir unsere Motorräder - schleusten sie easy durch den Zoll - und schon wieder waren wir in Malaysia.
Ostküste Malaysia mit leichtenbeladenem Töff
Wir fuhren gemütlich der Ostküste entlang nordwärts. Mittlerweilen hatten wir wenig Gepäck, es war immer sonniges Wetter und der Verkehr war total angenehm. In Kota Bharu, dem nordöstlichsten Ort in Malaysia verfielen wir den Nachtmarkt - wau! Auf diesem Markt drehte es sich nur ums Essen, genau das richtige für uns. Die vielen Stände übertrafen sich mit köstlichen Speisen, die herrlich fremdländisch rochen und aussahen. Aus den vielen exotischen Früchten wurden wunderbare Shakes gemixt, die herrlich die Kehle kühlten und den Gaumen verwöhnten.
Merang, Ostküste Malaysia
Weiter ging es in grösster Hitze (40 Grad Celsius) auf hügeliger und kurviger Strasse westwärts auf die Insel Penang. Wieder südwärts durch Malaysia fuhren wir in die Cameron Highlands, ein sanft hügeliges Hochland, übersät von Teeplantagen. Auf dem Fraser Hill übenachteten wir in einem alten nach englischen Stil erbauten Hotel. Wir waren umgeben von Wäldern und hatten eine zauberhafte Aussicht. Doch als wir so auf der Bank vor dem Hotel sassen, die Aussicht genossen, da hörten wir ein seltsames Donnern, konnten aber nichts sehen. Doch oh weh, als wir um die Hausecke bogen, kam eine schwarze Wolkenwand auf uns zu, die fürchterliche Regengüsse entlud, welche uns in unser Zimmer flüchten lies. Bevor wir die Grenze zu Thailand überquerten, verbrachten wir noch 9 Tage auf der Insel Perhentian und genossen wieder einmal das Inselleben. In Thailand fuhren wir nach Krabi und erkundeten die Strände, mit dem Motorrad und per Boot. Es war mittlerweilen schon recht heiss, und das Motorradfahren in voller Montur (Wanderschuhe, lange Hose, Töffjacke und Helm), die einem nach 5 Sekunden schon den Schweiss aus jeder Pore drückte, war nicht immer so angenehm. So verbrachten wir viel Zeit auf verschiedene Inseln, Ko Pa Ngan, Ko Samui und wieder zurück nach Penang, Malaysia. Auf der Strecke kurz nach Melakka traf uns ein heftiger Monsunregen. Wir hatten keine regenfesten Kleider mehr dabei und der Regen traf mit solch einer Wucht und Heftigkeit ein, dass wir auf der Stelle völlig durchnässt waren. Als wir jedoch merkten, dass der Regen nicht schwächer wurde, fuhren wir wieder weiter. Ich habe so einen starken Regen noch nie erlebt. Er ergoss sich mit solch einer Dauerhaftigkeit über uns aus, das ich dachte, ich stünde unter der Dusche. Endlich in einem Hotel in Singapore angekommen, mussten wir sogar unsere Ausweise zum Trocknen aufhängen, es war restlos alles Nass. Wir bereiteten unsere Motorrder für die Verschiffung nach Europa vor und packten diese in Holzisten. Wir flogen. Es ist ein eigenartiges Gefühl, in mehreren Monaten 18'000 km auf dem Landweg gefahren zu sein, und dann, über Nacht, die ganze Strecke, ohne es wirklich wahrzunehmen, wieder hinter sich zu lassen.
Die kürzeste Strecke
zwischen zwei Punkten ist nicht die Gerade,
sondern die Phantasie.
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