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November 1999 – Mai 2000 Autoreise und Individualtourismus
Im November starteten wir den Motor unseres Toyota Landcruisers BJ 73 mit Dachzelt. Los ging es Richtung Österreich. Durch ex. Jugoslawien führte unser Weg der schönen Küste entlang, mit Umwegen, nach Venedig. Ab Venedig schipperte uns die Autofähre nach Griechenland. Die wunderschöne Ruinenstadt von Delphi, die Anlage war früher bombastisch, erkundeten wir bei strahlendem Sonnenschein. Der Kanal von Korinth könnte man fast übersehen, doch bleibt man stehen und schaut in die Tiefe, ist er überwältigend. In der Ruinenstadt Epidavrus befindet sich ein sehr gut erhaltene Amphitheater. Absolut beeindurckend, wie die Menschen dazumal (vor ca. 2600 Jahren) gebaut hatten. Natürlich durfte auf unserer Kulturtour die Ruinenstadt Olympia nicht fehlen. Ich kam nicht mehr aus dem Staunen heraus. Ich sehe viele Menschen in weissen Gewändern, in kurzen Hosen und glänzenden Körpern. Das Olympiafeuer brennt, die weissen Marmorsäulen spiegeln in der Sonne, da und dort ziehen wunderschön geschmückte Pferde vorbei. Ein Raunen geht durch die Menge und da, Apollo schiesst als erster über die Ziellinie. Das Publikum jubelt und die Trommeln ertönen. Sobald ich die Augen wieder öffne, gehen die Klänge und Farben verloren und die wunderschönen Menschen verschwinden. Weitere Ruinenstädte, Bergama, Ursprungsort des Pergamentpapieres, und Ephesus (absolut empfehlenswert) besuchten wir in der Türkei. Der Grenzübergang zu Syrien klappte problemlos, ausser dass wir ca. 100 US$ für Dieseltax zahlen mussten. Sofort wurde der Verkehr hektisch und chaotisch. Für uns wurde die Orientierung schwer, da wir keine Strassenschilder lesen konnten. In der wunderschönen zerfallenen Wüstenstadt Palmyra feierten wir Weihnachten.

Palmyra, Syrien
Jordanien war unser letztes Etappenziel und rückblickend auch der Höhepunkt. Die Zollformalitäten klappten gut, obwohl wir auch bei der Ausreise wieder aufgefordert wurden, US$ zu bezahlen. Meiner Theatereinlage konnte sie aber davon überzeugen, dass wir kein Geld mehr übrig haben.

Petra, Kloster
In Petra lösten wir ein 2-Tagesticket und bewunderten die fantastische Landschaft in der verborgenen Felsenstadt. Zuerst geht es einen breiten, sandigen Weg entlang, der zwischendurch als Rennstrecke für Touristenpferderennen mutierte. Bald wird das Tal enger und es geht durch den Siq, bis plötzlich vor einem der bombastische Schatztempel in Fels gehauen steht. Es gibt weitere, viele wunderbare Bauten und Felsformationen zu besichtigen und wir kommen wieder mal aus dem Staunen nicht heraus. Abends fallen wir müde in unsere Schlafsäcke und verpassen sogar die Milleniumsfeier. Am nächsten Tag sind sehr wenig Gäste in der alten Felsenstadt von Petra, sodass wir uns gemütlich umsehen können.

Abendstimmung am roten Meer, Aqaba
Eine ganz andere Szene treffen wir in Aqaba an. Der Campingplatz liegt direkt am Roten Meer und das Klima ist schön mild. Ebenfalls ein Nadelöhr, zwangsläufig trifft man hier andere Overlanders an, entweder aus Afrika kommend oder auf dem Weg nach Afrika. Im Wadi Rum testen wir unseren Landcruiser wieder auf seine Sandtauglichkeit. Er hat nichts verlernt und alles funktionierte spitzenmässig. Wir hatten total Spass am Sandfahren. Die Landschaft überwältigt uns und trotz den vielen Touristen ist immer ein einsames Plätzchen zu finden. Wir können zum Übernachten stehen bleiben, wo es uns gefällt.

Steinbrücke im Wadi Rum
Der Grenzübergang nach Israel raub unseren
letzten Nerv. Stunden stehen wir dort, bis auch jeder letzter Winkel in unserem
Auto untersucht wurde. Wir erlebten an der Küste einen sagenhaften Sturm.
Rechts und links von unserem Auto zerrte der Wind so fest an den Bäumen, dass
einer nach dem anderen zu Boden krachte. Natürlich konnte die Fähre bei diesem
Wetter nicht fahren und so mussten wir uns wohl noch etwas gedulden. Endlich,
nach 5 Tagen konnten wir einschiffen. Die See war für mich immer noch recht
stürmisch. Ich verkroch mich in meine Kajüte und hoffte, das Schiff möge wohl
behalten über dieses grosse Blau kommen.
Nach der grossen Hitze in Bangkok, an die wir uns gar nicht erst gewöhnen wollten, flogen wir drei Tagen später nach Kathmandu. Hier ist das Klima angenehm, sonnig und mild. Kathmandu ist eine bezaubernde Stadt, romantisch, farbenfroh, sympathisch aber auch umgeben von Armut. Die Fahrt mit dem Bus nach Pokhara ist holprig, lang und anstrengend. Eingewickelt in unseren Regenponchos finden wir ein nettes Hotel am Rande der Stadt. In Pokhara verbringen wir einige Tage mit Vorbereitungen für unseren Trek. Wir benötigen noch Winterkleider, die wir kaufen oder mieten. Zur physischen Vorbereitung unternehmen wir lange Fussmärsche um den See und auf den Hügel zur Stupa. Bei unserem Ausflug zu den Devi Fällen kommen wir durch wunderschöne Reisfelder. Nun sind wir gut vorbereitet, damit wir unseren Trek starten können. Die erste Etappe geht von Nayapul nach Gandruk, mit einer Höhendifferenz von 900 m. Wir kommen durch kleine Dörfer, deren Häuser aus Stein bestehen, steigen viele Treppen hoch, können uns wieder an der wunderschönen Landschaft erfreuen und geniessen einfach den sonnigen Tag, trotz den vielen Schweissperlen auf der Stirn. Der nächste Tag erwartet uns wieder mit strahlendem Sonnenschein. Wir wandern durch wunderschöne blühende Rhododendrenwälder nach Tadopani auf 2600 m.ü.M. Leider ziehen am späteren Nachmittag Wolken auf und so bleibt uns der Blick auf die Giganten verwehrt. Dafür freuen wir uns am nächsten Morgen umso mehr. Der Anapurna Süd, Hintschuli und Fishtail, stehen in voller Pracht, von der Morgensonne angeleuchtet, vor uns. Wir können uns gar nicht satt sehen. Heute geht es weiter nach Gorepani. Zuerst lockern wir unsere Muskeln beim runtertrippeln der 600 Höhenmeter, bei den 1000 m aufwärts sind unsere Beine schon schön warm und wir kommen gut voran. Die Landschaft ist immer noch atemberaubend schön und wir geniessen das wandern in vollen Zügen. Aber was ist das? Oh nein, um 4.30 h klingelt schon der Wecker und wir steigen in unsere warmen Klamotten, es geht raus. Ich bin nicht gerade in Stimmung, die 45 Minuten bergauf zu wandern, aber trotzdem tue ich es mir an. Es ist noch dunkel, ich stolpere mehr als das ich vorankomme und irgendwann hat alles ein Ende und ich kann nur noch staunen. Ich blicke um mich und sehe die vielen 7000er und ein paar 8000er, die gerade von der aufgehenden Sonne rot angestrahlt werden, fantastisch. Da haben sich auch für mich die Strapazen gelohnt. Nach einem warmen Frühstück geht's weiter, alles am Fluss entlang, nach Ulleri. Um die Mittagszeit bin ich schon recht müde, ein Teller Spaghetti gibt mir nochmals etwas Energie, denn nun geht es 3'600 Treppen abwärts nach Tikhe Dunga. In der Loge werf ich mich aufs Bett und ruhe zuerst eine halbe Stunde aus, bevor ich dusche und dann zu Abend essen. Die Route des letzten Tages führt meist durch flaches Gelände und es ist schon merklich wärmer, wir sind auch schon bald unter 1'000 m.ü.M. Für uns waren es wunderschöne fünf Tage, es hat uns sehr gut gefallen, die Bergwelt ist einfach einzigartig. Wir verbringen noch einige Tage in Pokhara und Kathmandu, dann fliegen wir weder zurück nach Bangkok.
In Bangkok treffen wir unseren Freund Dani, den wir auf unserer Motorradreise kennen gelernt haben. Er ist seit einiger Zeit mit seiner BMW R80G/S in Bangkok und wohnt hier in einer netten 1-Zimmerwohnung. Bangkok, die Stadt, die wir eigentlich schon etwas kennen, zeigt sich, durch das wir mit Dani untouristische Stadtteile sehen, nochmals von einer ganz anderen Seite. Wir fahren mit dem Zug nach Chang Mai in den Norden und treffen dort Dani wieder, der mit Seiner Freundin und dem Motorrad hoch fährt. Wir mieten in Chang Mai für einen Tag eine Suzuki DR 650.

Die Ausfahrt zum Hausberg von Chiang Mai ist toll, erst recht, weil wir auf einem Motorrad rumkurven. Doch als wir wieder zurück fahren wollen bemerken wir, dass im Hinterrad wenig Luft drin ist. Ein Plattfuss. Natürlich haben wir keine Flickutensilien dabei und so fahren wir bis zum Tempel getrennt. Ich steige bei ein paar jungen Leuten auf die Ladefläche ihres Pick Ups während Erich vorsichtig, mit wenig Luft im Hinterpneu, zum Tempel runterfährt. Aber auch dort gibt es keine Möglichkeit, Luft in den Pneu zu bekommen. So fahren die zwei Männer mit dem ausgebauten Hinterpneu auf der BMW runter nach Chang Mai. Es wird schon etwas frisch, kein Wunder, wir sind auf 1000 m.ü.M. Zwei Stunden später sind wir wieder in Chang Mai und mieten das Motorrad für weitere 3 Wochen. Die erste Station unserer Nordthailandrundfahrt ist Lampang. Wir legen einen Zwangsstop ein, da wir bemerkt haben, dass wir meinen Pass beim Motorradvermieter abgegeben haben, aber dass wir eben diesen Pass für die Einreise nach Myanmar (Burma) benötigen!!! So fährt Erich in einem rekordverdächtigen Tempo nach Chang Mai, tauscht Pass gegen Flugticket und rast wieder zurück. Trotz den Strapazen hat es ihm ersichtlichen Spass bereitet. Wir verbringen einen angenehmen Tag mit shoppen und Strassen-Garküchen testen. Am späteren Nachmittag besichtigen wir, wieder zu viert, wunderschöne Tempel und ein über 100 Jahre altes Stelzenholzhaus - wau. Nachdem wir am nächsten Morgen zuerst das defekte Dekompressionskabel ersetzt haben, können wir nach Praeh aufbrechen. Unterwegs kommen wir durch zwei kleine, eher erfrischende als störende, Regenschauer. In Nan führt unsere Neugier uns zu einem schönen Tempel und zu einem Wasserfall. Doch von rauschenden Kaskaden keine Spur, ein kleines Rinnsal kreuselt sich durch die Steine, der Spaziergang ist trotzdem sehr schön. Die Hitze macht mir zu schaffen, zur Abkühlung stehe ich mehrmals täglich unter die kalte Dusche. Am nächsten Tag unternehmen wir eine Tagesausflug in die Hügellandschaft nördlich von Nan. Riesige Flächen des ursprünglichen Waldes sind abgeholzt worden. An den einzelnen Stellen, dort wo er noch dicht und wild ist, sind exotische Geräusche zu hören, kann würzige Luft riechen und die Ruhe fühlen. Wir kommen wieder in drei kurze Regenschauer, unsere Ponchos verhindern, dass wir völlig durchnässt sind. Wir legen einen Ruhetag ein, an dem ich mich im Internetkaffee verweile und einfach nur rumhänge. Wir fahren wieder weiter in den Norden. Während der Fahrt sehen wir, wie sich eine Schlange über die Strasse quält, knapp an unseren Rädern vorbei. Bamboo Hut ist eine herzige Anlage, bestehend aus 5 Bambusbungalow welches die Existenz eines netten Thai-Pärchen darstellt. William, der Besitzer, unternimmt auch Führungen in den nahgelegenen Jungle. Bamboo Hut liegt hügelig in 1000 m.ü. Meereshöhe, die Aussicht von hier aus ist sehr schön. Leider sind aber die vor uns liegenden Hänge nicht mehr mit dichten Jungle bewachsen, sondern schon von eine zweite Vegetation, die nach dem ersten Abholzen nachgewachsen ist. Auch ist ersichtlich, dass einige Hänge abrutschen, der Boden hat keinen Halt mehr. Der heutige Tag führt uns in 200 km durch wunderschönen Urwald, riesige Bäume säumen den Weg und alles riecht wunderbar. Die Landschaft ist sehr hügelig und wir brausen mit unseren Motorräder gemütlich dahin. In der Nähe von Pua finden wir ein schönes Resort, in dem wir fast alleine und günstig übernachten können. Es begrüsst uns strahlender Sonnenschein und wir können wieder eine wunderschöne Töfftour geniessen. Es ist sehr kurvig, für mich etwas anstrengend, ich kann mich nicht all zu gut festhalten und die Sitzfläche ist auch nicht gerade super gepolstert. Am späten Nachmittag und nach 2 Stunden Schotterpiste, die von absolut genialer Landschaft mit Reisfeldern und kleinen Dörfern gesäumt ist, tut mir trotzdem der ganze Körper weh und wir bekommen in einem winzigen Dorf eine Unterkunft. Wir sind 1370 m.ü.M. und abends wird es doch schon empfindlich kalt. Wir fahren durch wunderschöne grüne Landschaft, kommen an kleinen Dörfer, an traditionell bunt angezogenen Nordthailänder vorbei und staunen. Bevor wir in Mae Sai ein wunderschönes Gästehaus direkt am Fluss finden, halten wir noch am Goldigen Dreieck, dort wo Thailand, Laos und Myanmar (Burma) aneinender grenzen. Wir richten uns gemütlich ein, bevor wir auf eine Erkundungstour durch das Städtchen spazieren. Am nächsten Tag machen wir uns zu Fuss auf den Weg über die Grenze - nach Myanmar. Wir spazieren 2,5 km zu einem Tempel, der wunderschöne auf hohen Treppen steht. Die Leute sind hier etwas anders angezogen und die Autos sind auch etwas klappriger, doch sonst kann ich keinen grossen Unterschied zu Thailand feststellen. Zurück im Bungalow kühlen wir uns unter der Dusche ab, wir haben es dringend nötig, kein Wunder, bei 38 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit. Mit dem Motorrad geht es weiter, wieder durch hügeliges Gebiet umgeben von vielen Teeplantagen, die einen wunderschönen Anblick darbieten. Auch an unserem letzten Motorradtag sehen wir wieder wunderschöne Landschaften und Dörfer. In Chang Mai richten wir uns noch etwas gemütlich im Guest House ein und geniessen das Ankommen mit einer feinen italienischen Pizza (im hohen Norden haben wir ausschliesslich Thaiküche gegessen) und hören uns, bei einem kalten Drink, im Pup vis-à-vis noch etwas Live-Rockmusik an. Es ist Mitternacht und immer noch sehr warm. In der nahen Umgebung besichtigen wir eine Schlangenfarm - igitt. Ich habe bei jeder Schlange genügend Abstand, finde ich doch diese Viecher eher eklig als schön. Ich konnte mich gerade noch genügend motivieren, um auf den Auslöser des Fotoapparates zu drücken, als Erich ein riesige Python um den Hals gewickelt bekam. Nach einigen Tagen in Chang Mai sind wir mit dem Nachtzug zurück nach Bangkok, und bald mit dem Minibus weiter auf die Insel Ko Chang. An der Lonely Beach haben wir uns für zwei Wochen in einem wunderschönen und einfachen Bungalow direkt am Meer eingemietet und haben das Insel- und Strandleben genossen bevor wir in Bangkok wieder in das Flugzeug nach Hause steigen.
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