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| unser Email-Matetöpfhen |
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ein edleres Matetöpfchen |
Mate und Petri Heil
Mate wird überall getrunken: beim Zuschauen auf dem Sportplatz, am Strand, im
Bus, in der Warteschlange, bei der Pause im Büro oder im Laden oder abends vor
dem Haus sitzend. Mate ist das Lebenselexier in den La-Plata-Staaten, der
Alltags- und Zaubertrank von Millionen Argentiniern, Uruguayern, Paraguayern und
Chilenen.
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Materunde |
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Mate wird gewonnen, indem man die Triebe und Blättchen der wissenschaftlich
Ilex paraguariensis genannten Pflanze abschneidet, trocknet und zerkleinert,
sowie danach mit Wasser aufgiesst; mit heissem in Argentinien, Uruguay und
Chile, mit kaltem in Paraguay. So ergibt sich ein dicker Sud. Der wird nun mit
der Bombilla, einem silbernen Saugröhrchen, das sich unten wie ein Löffel
verbreitert, aber dort auch als Sieb fungiert, getrunken, bis alle Flüssigkeit
herausgesaugt ist, dann kommt wieder neues Wasser aus der Thermoskanne darüber.
Die Kalebasse, aus der man trinkt, wird ebenfalls Mate genannt. Heisses Wasser
erhält man fast überall - in Kneipen und Restaurants, auch an Tankstellen.
Mate trinken ist aber mehr als blosses Durstlöschen mit einem bitteren und
daher sehr gewöhnungsbedürftigen Getränk - den süssen Mate lehnen der Purist
ab. Es ist eine soziale Handlung, die auch Gemeinschaft stiftet. Denn nicht
jeder trinkt seinen eigenen Mate, sondern man trinkt mit ein- und derselben
Bombilla aus ein- und derselben Kalebasse, die im Freundeskreis herumgeht. Einer
giesst den Mate auf, gibt die Kalebasse an jemand anderes weiter, der die
Flüssigkeit heraussaugt und sie dann dem Spender zurückgibt. Der füllt erneut
auf und reicht sie dann einem anderen weiter. Eine Art Friedenspfeife. Man
bedank sich, wenn man nicht mehr weitertrinken will.
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der Mategeniesser |
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Das Mategefäss kann unterschiedlich aussehen. Es ist meist eine Kalebasse aus
der Frucht des Flaschenkürbisses geschnitzt, in unterschiedlichen Formen und
Grössen. Die ganz edlen Gefässe sind mit Silber beschlagen, genau wie die
teuersten Bombillas, die ebenfalls aus reinem Silber sind. Andere Mate-Trinker
outen sich dagegen mit Bombilla und Kalebasse als Fans eines bestimmten
Fussballvereins. Selbst mit Che Guevaras Porträt lassen sich Kalebassen kaufen.
Was der Mate enthält? Minerale wie Calcium, Schwefel, Eisen und Kalium, dazu
Vitamin C, Zucker, Coffein und und und. Er nimmt den Hunger und wirkt bei
dem, der ihn nicht gewohnt ist, leicht abführend.
Schon vor der Ankunft der Spanier bekannt, bezeichneten diese ihn irrtümlich
als "Yerba mate", als Mate-"Kraut", aber um ein Kraut
handelt es sich nun wirklich nicht. Der Baum wird 4 bis 8 m hoch, in
Ausnahmefällen sogar bis 16 m. Er wächst am besten in den argentinischen
Nordostprovinzen, im Süden Brasiliens und in Paraguay. Dort wurde er auch
erstmals in den Jesuitenmissionen systematisch angebaut, bis dahin hatte man die
wild wachsende Pflanzen im Urwald suchen und abschlagen müssen.
Im 19. Jahrhundert gab es in Paraguay riesige Mate-Plantagen, die ihre Besitzer
unendlich reich machten. Die Arbeiter hingegen starben an der Mate. Sie wurden
mit Versprechen angelockt und erhielten grosse Kredite auf den später
erwarteten hohen Lohn. Einmal in Abhängigkeit vom Kreditgeber, dem
Plantagenbesitzer, hatten sie keine Möglichkeit mehr zu gehen. Der Lohn war
niedrig, denn das vorgeschriebenen Soll bei der Ernte konnte gar nicht erreicht
werden. So wurden die Schulden immer grösser, denn natürlich konnte man nur
beim Plantagenbesitzer Wohnung nehmen und einkaufen, und natürlich reichte
dafür der Lohn nicht - Ausbeutung wie aus dem Bilderbuch. Entfliehen konnte man
nicht; wer es versuchte, wurde mit Hunden gehetzt, oft auch einfach
erschossen.
(Datenquelle Reise KnowHow Argentinien)
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Autowrak unterwegs auf der
Carretera Austral |
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Wir probieren das erste mal zwei Schluck Mate aus der
Silbertasse in Kalebassenform von Sandy. Der Geschmack ist sehr bitter und nicht
wirklich gut. Kann man so etwas gern haben, ist mein erster Gedanke. Es vergehen
ein paar Tage bis zu unserem zweiten Mateversuch, der uns lange in
Erinnerung bleiben wird. Zur Mittagspause parkieren wir an einem schönen Aussichtspunkt ca.
1'000
m.ü.M., es geht ein kalter Wind und wir wollen uns an einem warmen Tee
erwärmen, d.h. wir wollen nochmals einen Mateversuch starten. Sandy lehnt uns ihre Bombilla (das Trinkrohr) aus und wir können
etwas von ihrem Matekraut in unsere Keramiktasse geben. Der erste Aufguss ist
sehr bitter, auch das Pfefferminzblatt sowie der Zucker zur Milderung des
starken Geschmacks helfen nicht viel. Der zweite Aufguss bekommt Erich, auch er verzieht
merklich das Gesicht. Der dritte Aufguss gehört wieder mir. Sandy erklärt
gerade, dass zwischendurch ein Kräutchen die Bombilla verstopfen kann und sich
die Verstopfung mit feinem Klopfen auf die Bobilla wieder löst. Und schon kann
ich saugen wie ich will, es kommt nichts mehr durch. Ich klopfe mit dem Finger
etwas auf die Bombilla und der nächste grosse Zug Mate landet in meinem Mund,
damit auch ein grosses Krautstück, dass jedoch an meinen Lippen hängen bleibt. Dem
Gesichtsausdruck der Anderen zu urteilen, muss es aber etwas anderes sein als
Matekraut und ich taste vorsichtig mit der Hand an meinen Mund. Ein toter, etwas
aufgeweichter "Ohrengrübler" klebt an meinen Lippen, ein
kleiner Schrei aus meinem Munde und das Gelächter geht los. Naja, darauf muss ich noch etwas
Mate trinken.
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Brücke bei Coyhaique |
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In der nächsten grösseren Stadt, Coyhaique (50'000 Einwohner und
Bezirkshauptstadt) erstehen wir eine eigene Bobilla (nichts gegen die von Sandy
einzuwenden...), ein Matetöpfchen aus Email und natürlich
Matekraut.
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Typisch Carretera Austral |
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Ein wunderschönes Plätzchen zwischen Bäumen gelegen und 20
Meter neben einem klaren Fluss ist unser nächste Übernachtungsplatz. Erich
wirft seinen neue gekauften Köder aus und ruft: "e Biss, e Biss". Ich
sehe nur noch den Fisch in die Höhe springen, sich vom Hacken lösen und
davonschwimmen. Ein paar Meter springt er noch ein mal in die Höhe,
wahrscheinlich aus Freude, dem Köder entkommen zu sein. Das spornt die beiden
Fischer an und sie werfen einen Köder nach dem anderen in den Fluss. Die Fische
knabbern noch etwas an den Ködern, beissen auch, doch leider kann kein Fisch an
Land gezogen werden. Zum Schluss verhängt sich Erichs Leine und beim Ziehen
bricht doch die Angelrute. So ein Pech. Zum Glück sind wir nicht weit entfernt
von Puerto Aisen und so fahren Erich und ich am nächsten Tag zurück ins Dorf,
um nach einer Angelrute Ausschau zu halten. Wir kommen in einen herzigen Laden,
in dem Pfannen, Pferdezaumzeug, Malerfarbe und vieles mehr verkauft
werden. Sogar eine Auswahl an Angelruten sind da, zwei Modelle. Wir
entscheiden und für eine Angelrute und dazu noch für ein paar Köder. Der Ladenbesitzer ist sehr
unterhaltsam und als er erfährt, dass wir schon Mate getrunken haben, bekomme
ich doch tatsächlich eine neue Bombilla geschenkt. Erich bekommt noch einen
Gratisköder dazu. Wir sind wieder einmal von der Herzlichkeit der Leute hier
verblüfft. Unser Auto schnurrt auf dem Weg zurück ganz leise vor sich hin, klar, wir haben
immer noch Teerstrasse und es ist sehr ruhig im Wagen. Doch kurz nach unserem
Übernachtungsplatz beginnt wieder die Schotterpiste und wir tuckern mit 30-40
km/h durch die wunderschöne hügelige und mit riesigen uralten Bäumen
bewachsenen Landschaft. Von weitem sehen wir schon den Landrover, doch was
machen Sandy und Tom? Irgendwie hocken beide am Boden um einen grossen Stein mit
etwas grossem darauf, was kann das nur sein??? Plötzlich erkennen wir den Riesenfisch und
können es kaum fassen. Tom hat beim fünften Wurf eine Supertrucha, bzw. eine
Superforelle mit fast 6 Kilo und 84 cm Länge rausgeholt. Wir stehen staunen vor diesem
Giganten und gratulieren Tom zu seinem Fischererfolg.
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der glückliche Fischer |
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Die Supertrucha gibt feine Fischfilets, die wir in Paniermehl
anbraten. Am nächsten Tag kochen wir Fischcurry. Immer noch bleibt viel Fisch
übrig und Tom und Sandy räuchern den Fisch in ihrer gusseisernen Pfanne. In
den Boden wird spezielles Sägemehl eingestreut, darüber kommt ein Rost,
darauf kommen die Fischstückchen. Das ganze wird mit geschlossenem Deckel
zwischen 10 und 15 Minuten geräuchert. Der geräucherte Fisch schmeckt warm wie
kalt sehr gut. Ein paar Tage später und an einem anderen Ort sind wir wieder im
Fischerglück. Bei Erich kann sich ein angebissener Fisch vor dem rausziehen
wieder befreien, ein Fisch ist noch etwas klein (ca. 22 cm) und kommt wieder in
die Freiheit aber der dritte Fisch (27 cm) ist für die Bratpfanne bestimmt. Die
Forelle erkennen wir, doch die zwei unteren Fische können wir nicht
identifizieren. Trotzdem schmecken sie fabelhaft.
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Erichs Fisch ist der unterste. |
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