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Tausend Regentropfen, der Herbst hat uns
eingeholt
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Wir sind nun soweit, dass wir uns von Sandy und Tom
verabschieden, mit denen wir die letzten fünf Wochen zusammen gereist sind und
viele schöne Tage verbracht haben. An unserem letzten gemeinsamen Tag Ende März
schlägt das Wetter um. Es regnet. Unser Weg führt uns nach Chile, Sandy und
Tom bleiben in Argentinien, wo wir die spektakulären Vulkane (Osorno und Co.)
besichtigen möchten.
Der Kleine Süden Chiles:
Riesige Araukarien, tiefblaue Seen und perfekte Vulkankegel mit
Krägen aus Schnee - der sogenannte Kleine Süden ist mit gutem Grund einer der
attraktivsten Regionen Chiles. Er erstreckt sich von Los Angeles im Norden bis
nach Puerto Montt im Süden. Hauptziel der Besucher sind die Seen, die von
Norden nach Süden wie blaue Perlen am Andenrand aufgereiht sind: Lago Villarica,
Lago Llanquihue und Lago Todos Los Santos, um nur einige der grössten zu nenne.
Die meisten werden überragt von Vulkanen und sind umgeben von dichten Wäldern.
Weiter südlich, in Araukanien, lebten die Mapuche, die von den Spaniern
Araukaner genannt wurden. Sie leisteten den spanischen Eroberungsversuchen
bis ins 19. Jahrhundert erbitterten Wiederstand. Die Spanier drängte es nach
Süden: Hier gab es Gold, das Land war fruchtbar, und mit den Indianern waren
auch potenzielle Arbeitskräfte vorhanden. Zwar hatten die Spanier das zentrale
Gebiet der Mapuche schon Mitte des 16. Jahrhunderts mit städteähnlichen
Festungen umgeben - 1550 hatten sie Concepcion, 1552 Valdivia und Villarica
gegründet - , aber das Kerngebiet der Mapuche war nicht zu erobern gewesen. An den
Mapuche waren bereits die Inka ein Jahrhundert zuvor gescheitert. Der Grund,
warum sie sich so erfolgreich verteidigen konnten, lag an ihrer
Organisationsform. Sie waren zu kleinen Dorfgemeinschaften zusammengeschlossen
und hatten kein zentralisiertes Herrschaftssystem. So mussten die Eindringlinge
Dorf für Dorf erobern und nicht nur die obersten Herrscher besiegen. Die
Spanier verzweifelten, immer wieder wurden ihre neu geschaffenen Stellungen
überfallen und zerstört. Was mit direkter Gewalt nicht klappte, funktionierte
schliesslich mit "Aufweichung": Immer wieder neue Eroberungsversuche
der Spanier, das langsame Vordringen der ersten Siedler, die Arbeit von
Missionaren, innere Zerwürfnisse unter den Gemeinschaften, von Weissen
eingeschleppte Krankheiten und nicht zuletzt der Alkohol liessen den Wiederstand
der Mapuche immer mehr schwinden, und Ende des 19. Jahrhunderts konnte die
chilenische Regierung das Land unter Siedlern aufteilen - natürlich ohne den
Indianern irgendwelche Besitztitel einzuräumen.
Die Machu-Fabel vom Fuchs und der Bremse |
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Der Fuchs sagte zur Bremse: "Wollen wir spielen, Freundin Bremse?" "Gut, aber was?" "Wettrennen", meinte der Fuchs. "Du fliegst, und ich laufe". "Einverstanden!" "Jener Robel (Baum) dort ist das Ziel", fügte der Fuchs hinzu. "Gut", antwortete die Bremse. So legten sie sich in Position. Als aber der Fuchs mit aller Schnelligkeit lossausen wollte setzte sich die Bremse in seinen Schwanz. Der Fuchs lief, was er konnte. - An einem Erdbeercamp hielt er an, um einige Beeren zu naschen. Dabei sah er sich um und fragte sich: "Wo mag nur die Malefizbremse bleiben?" Aber nach etlichen Augenblicken nahm er das Rennen wieder auf. Sobald er dann dem Robel ganz nahegekommen war, flog die Bremse eiligst vom Schwanz auf und dem Baum zu, den sie nun früher als der Fuchs erreichte. "Zahle mir meine Wette!", drängte die Bremse. "Fällt mir gar nicht ein", erwiederte der Fuchs. "Freu dich, wenn ich dich nicht fresse!", setzte er hinzu. Da flog die Bremse fort, sammelte Genossen und brachte wohl an die sechshundert zusammen, welche sich alle auf den Fuchs stürzte und ihn stachen und bissen. Der Fuchs rannte ins Wasser, um sie loszuwerden, und obwohl er beinahe ertrunken wäre, peinigten ihn die Plaggeister nur noch mehr. Dann lief er dem Walde zu, und am Rande blieb er müde liegen. Es dauerte lange, bis er sich von den vielen Stichen und Bissen erholte. |
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Das tödliche Ende der Fabel wurde von der Autorin geändert, damit es auch den ganz kleinen (Patenkindern!) vorgelesen werden kann. |
Die Landschaft ändert sich und wir fahren schon bald auf schwarzen
Schotterstrassen, um uns herum liegen grosse mit Moos und Flechten
bewachsene schwarze runde Lavasteine. Das sieht vielleicht toll aus. Doch den
vollkommenen konusförmigen mit einer Schneehaube versehenen Vulkan Osorno,
sowie die anderen können wir wegen des anhaltenden Regens nichts sehen. Der nächste Tag
führt uns zum "Lago Todos Los Santos, einem der schönsten Seen
Chiles", laut Reiseführer. Doch es regnet immer noch und wir
können nicht mal klar das Ufer erkennen, geschweige etwas von dieser
versprochenen schönen Berg- und Vulkanlandschaft um uns herum sehen. Auch die
schönen Ulmo-Wälder, die aus knorrigen, üppigen weiss blühenden Bäume
bestehen können wir kaum erkennen. Schade! In
strömendem Regen fahren wir nächsten Tag weiter Richtung Hornopieren, somit
wären wir wieder auf der Carretera Austral. In Ralun endet die Teerstrasse und wir holpern
auf Schotter weiter entlang der schönen Fjordlandschaft. Bei Ebbe grasen die
Kühe und Pferde mitten im Meeresarm, bei Flut bilden sich kleine Inseln und die
Tiere grasen gemütlich weiter. Sie wissen, dass ihnen nichts passieren
kann. Ewas gutes hat der Regen. Die Mittagspause verbringen wir kauend und
Mate trinkend auf unseren Vordersitzen im Auto. Plötzlich bewegt sich ein
niedliches braunes Etwas über die Strasse, tatsächlich, ein Pudu, der kleinste
Hirsch in Südamerika, Körpergrösse bis 0,8 m. Pudus sind äusserst scheu und
nur selten zu beobachten. Die herzigen Tiere haben einen grossen Feind, den
Puma, den wir leider nicht zu Gesicht bekommen. Dafür schlendert noch die
Schwester von Pudu
Nr. 1 über die Strasse.
In Puelo übernachten wir an einem Plätzchen nahe dem Fluss. Da es immer noch
ununterbrochen Regnet, wagen wir uns nicht zu nah ans Wasser. Am nächsten Tag
fahren wir nach Hornopieren und ca. 15 Kilometer weiter Richtung Pumalin
Nationalpark (der nördliche Teil, den südlich haben wir schon besucht). Ich
habe bis vor fünf Minuten die Hoffnung auf schönes Wetter nicht aufgegeben und
immer noch geglaubt, wir können im Park Wanderungen unternehmen. Die Strasse
wird noch enger und wir passieren ein Strassenschild auf dem
so etwas ähnliches steht wie: "regnet es schon länger wie eine Stunde,
nicht weiterfahren". Ha, es regnet schon seit Tagen. Was mag da hinten wohl
sein? Wir fahren ein paar Meter weiter und als wir auch noch Schilder mit Steinschlag- und Erdrutschgefahr
passieren, ist uns die Sache doch nicht mehr so geheuer. Wir kehren um. In
Hornopieren tanken wir noch und weiter geht es wieder zurück. In 42 km können
wir in Caleta Puelche die Fähre nach La Arena nehmen, um nach Puerto Montt zu
kommen. So müssen wir nicht wieder durch Puelo und Ralun holpern. Doch kaum
kommen wir aus Hornopieren raus, hat sich die Landschaft total verändert, und
das nach 1,5 Stunden! Alles steht unter Wasser, wir müssen durch tiefe Bäche
fahren, überall tropft es schwer von den Bäumen, die vielen Wasserrinsale an
den steilen Felsen sind zu grossen Wasserfällen herangewachsen und schäumen
über die Strasse. Uns ist nicht mehr sehr wohl bei der Sache doch wir kommen heil in Caleta
Puelchen an und eine Fähre steht auch schon parat. Doch dieser Kahn schaukelt
so arg im Wasser, dass ich aufs weiterfahren im Auto bestehe. Es wird schon dunkel,
trotzdem nehmen wir die nächsten 35 km bis Puelo noch in Angriff, wir wollen
nicht hier an diesem einsamen Pier in Caleta Puelchen feststecken. In Puelo finden wir einen anderen netten
Übernachtungsplatz, bis zum Fluss zu unserem letzten Übernachtungsplatz wären es noch einige Kilometer im Finstern
gewesen. Am nächsten Tag, es regnet immer noch, machen wir uns wieder auf den
Weg. Als wir die Brücke passieren, in deren Nähe wir vorgestern übernachtet
haben sind wir überrascht. Alles steht unter Wasser, unser Platz zwischen den
Bäumen ist vollkommen verschwunden.
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| zwischen den Bäumen haben wir gestanden....... |
Nach 9 Kilometer werden wir gestoppt, die Strasse ist gesperrt. Eine Brücke wurde letzte Nacht weggeschwemmt. Wir kehren um und gehen in Puelo auf die Polizei. Dort erfahren wir, das auch die Strasse zurück nach Caleta Puelchen gesperrt ist, drei Erdrutsche haben die Strasse blockiert und der Fährbetrieb ist wegen starken Windes eingestellt. So stecken wir also hier in Puelo fest. Wir schalten einen Ruhetag ein, den wir bei Regen natürlich in unserem gemütlichen Auto verbringen. Am nächsten Tag wollen wir zuerst zur Polizei, doch die ist unterwegs und so fahren wir einfach los Richtung Ralun. Wir kommen auch bis zur beschädigten Brücke, wo rasch ein Provisorium gebaut wurde, doch wieso geht da nichts? Auf dem provisorischem Damm hängt ein LKW fest, der auf seinen Retter den Traktor wartet, der ihn hinauszieht. Dann kann es weitergehen.
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| der LKW ist stecken geblieben... |
Puerto Montt gefällt uns gar nicht. Es regnet, wir finden kein schönes Übernachtungsplätzchen und müssen daher auf einem viel zu teuren, lauten aber dem einzigen offenen Campingplatz einchecken. Am nächsten Tag passiert es dann. Plötzlich, wie aus dem Nichts kommt ein Bus, der uns auf der linken Seite rammt. Es gibt einen lauten Knall und von unserer Front fliegen Metall- und Plastikteile rum. Wir steigen aus, ich bin total geschockt, eine Welt bricht zusammen und ich kann es nicht fassen. Unser linker Kotflügel ist total eingedrückt, die Stoss-Stange liegt irgendwo. Schon ist die Polizei da, der Busfahrer ist ausgestiegen und wir stehen da und verstehen kein Wort. Ich bin noch so durcheinander dass ich nichts sagen kann. Zum Glück ist keiner der Personen zu Schaden gekommen. Es kommen immer mehr Polizisten, auch ein ranghoher Polizist wird heranchauffiert. Er besichtigt den Schaden, wechselt ein paar Worte mit den Polizisten und schwirrt wieder ab. Wir müssen unsere Papiere abgeben und irgendwie schein ich auch wieder etwas Spanisch zu verstehen. Mein Hirn kommt wieder auf Touren. Schlussendlich sieht es so aus, dass wir dem Busfahrer den Schaden bezahlen, nicht, ohne das ich noch mit Tränen in den Augen den Preis etwas hinuntergedrückt hätte, was auch funktioniert hat und mit ihm auf die Polizeistation gehen um dort ein Protokoll verfassen lassen. Danach können wir gehen. Wir sind beide total erstaunt, wie freundlich und hilfsbereit die chilenische Polizei ist. Und jetzt??? Zum Glück fährt das Auto noch.
Ich denke praktisch. Wir sind in Puerto Montt auf der Suche
nach Gas (für unsere Küche) gewesen und wollten dann eigentlich weiter auf die
Insel Chiloe. Das Interesse an der Insel haben wir plötzlich verloren, auch
regnet es immer noch und wir haben keine Lust mehr. Die Typen der
Gasgesellschaften hier haben
uns gesagt, die Gastanks seien in Osorno, sie können nur Flaschen austauschen.
Wir beschliessen also, in den Norden, 120 km nach Osorno zu fahren. Auch sollten
wir erst in Santiago, wenn überhaupt (!), Ersatzteile für unser Auto bekommen. In Osorno können
wir Gas auffüllen, unsere Wäsche in der Wäscherei abgeben (bei Regen können
wir die Wäsche nicht im Auto trocknen - zu feucht) und finden einen Platz auf
einem Camping in der Stadt. Wir durchleben einen Tiefpunkt. Was sollen wir
jetzt machen? Wo und wie sollen wir unseren Blechschaden reparieren lassen?
Wohin sollen wir weiterreisen? Uns war klar, dass uns der Herbst,
d.h. der Regen irgendwann einholen wird und so werden wir uns in den Norden
begeben. Am nächsten Tag klären wir ab, wo wir unser Auto flicken können. In Bolivien kennen wir einen guten Mechaniker der auf
Landcruisers spezialisiert ist, und zu ihm werden wir fahren. Klar, 3'500 km
sind es noch bis La Paz. In Villarica geben wir dem Vulkan nochmals eine Chance
sich zu zeigen, doch es regnet wieder und wir sehen nicht viel von der
Landschaft.
Mittelchile:
Mittelchile umfasst das zentrale Längstal von Santiago im
Norden bis Los Angeles im Süden. Sie ist die am dichtesten besiedelte und
wirtschaftlich wichtigste Region des Landes. Hier liegen die wichtigsten Häfen,
die grössten Städte und die wichtigsten Obst- und Weinanbaugebiete. Pfirsiche
und Nektarinen, Äpfel, Aprikosen und Pflaumen - im zentralen Längstal wachsen
die Früchte, die Chile in den letzten Jahrzehnten weltweit zu einem der
wichtigsten Obstexportländern gemacht haben.
Endlich, auf der Höhe Los Angeles verdrängt die Sonne die
letzten Regenwolken. Wie normale Touristen können wir den grössten Wasserfall
Chiles, La Laja
besichtigen und direkt auf dem Parkplatz vor dem grandiosen Naturschauspiel
übernachten.
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| Wasserfall la Laja |
Der Kleine Norden Chiles:
Der Kleine Norden - Norte Chico - umfasst eine Region, die sich von der Linie
Caldera - Copiapo im Norden (auf Höhe des 27. Breitengrades) bis zum Tal des
Rio Aconcagua (33°) im Süden erstreckt. Nach Norden hin nehmen im Kleinen
Norden die Niederschläge ab. Die Wüstengebiete sind von einigen Flussläufen
durchzogen, und in diesen Regionen wird eine intensive Landwirtschaft betrieben.
Das bekannteste Flusstal ist der Rio Elqui. Die Wüstengebiete des Kleinen
Nordens waren lange als das "Land der 10'000 Minen" berühmt. Nahe
Copiapo entdeckten die spanischen Eroberer grosse Silbervorräte und liessen
dort die drittgrösste Silbermine der Welt graben. Inzwischen werden vor allem
am Andenrand zunehmend auch andere Mineralien gefördert.
Seit Puerto Montt fahren wir auf der Panamericana, die sich als zweispurige Autobahn entpuppt. Wir lassen Santiago hinter uns und die Landschaft verändert sich. Wir sind in ein Wüstenklima gekommen, von Regen keine Spur, dafür kommt, als wir Richtung Pazifikküste fahren, Nebel auf. Wie seltsam! Doch der kalte Humboldtstrom im Meer erzeugt diesen Nebel (camanchaca). Es gibt sogar ein Dorf an der Pazifikküste (Chungungo, 60 km nördlich la Serenas), welches seit 1992 mit 75 riesigen Netzen aus Polypropylen, je 12 x 4 Meter den Nebel auffängt, und so 14'000 Liter Trinkwasser pro Tag gewinnt, das normalerweise über der Wüste verdunsten würde. Gewaltig. Bei Ovalle biegen wir von der Autobahn ab in ein Tal, das uns nach Vicuña führen soll. Die ganze Landschaft ist trocken und schimmert in vielen Braun- und Rottönen. Durch das Tal fliesst ein wenig Wasser führender Fluss und begrünt seine nahe Umgebung. Es ist wunderschön hier und wir lassen uns Zeit, fahren etwas ab der Strasse um ein nettes Übernachtungsplätzchen zu finden.
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| Wüstenlandschaft am Paso los tres cruces |
Klarer als in der Wüste um la Serena ist der Himmel nirgendwo sonst auf der Welt. An 350 Tagen trübt weder Staub noch Wolken den Blick nach oben. So ist es klar, dass Wissenschaftler aus aller Welt ihre Observatorien errichtet haben, um den Lauf der Sterne und Planeten zu verfolgen und nach neuen Galaxien Ausschau zu halten. Drei dieser Observatorien können besichtigt werden, doch man muss sich lange im Voraus anmelde. Das klappt bei unserer kurzfristigen Reiseplanung nie und nimmer und so verzichten wir auf einen Besuch. Wir schauen uns die Sterne mit unseren eigenen Augen an. Am nächsten Tag kommen wir über einen 1'800 m hohen Pass und müssen immer wieder ausweichen, da uns ein Radrennen (12 TeilnehmerIn) entgegen kommt. Puh... in dieser Hitze und auch noch auf Schotter- und Sandpisten den Berg hinauf. Da steh ich doch lieber etwas im Schatten und fotografier einen Kaktus.
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| stachelige Angelegenheit |
Wir erreichen Vicuña, das herzige Städtchen mit einem mexikanischen Flair und fahren zur Planta Capel. Im letzten Bericht habe ich über den Pisco Sour erzählt, der einen nach einem kleinen Glas schon ziemlich in den Kopf steigt. Auf der Planta Capel wollen wir uns zeigen lassen, wie dieser Pisco hergestellt wird. Da mein Spanisch natürlich noch ziemlich lückenhaft ist und die Privatführung auf Spanisch war, kann es natürlich gut sein, dass ich da vielleicht etwas missverstanden habe. Doch ich erkläre den Vorgang so, wie ich es mitbekommen habe. Es gibt 3 Sorten von Muskateller-Trauben, davon hellere und dunklere. Die Bauern der Umgebung kommen von Februar bis Mai mit ihren reifen Trauben angefahren. Hier wird maschinell Probe genommen, ob die Traube auch genug Zucker enthält (Öchsli). Die Trauben werden gepresst, dann zu Wein gegoren. Der Wein wird bei ca. 95 Grad gebrannt und wird zu 70 %igem Schnaps. Dieser wird dann 2-15 Monaten in riesigen Holzfässern gelagert, je nach Qualität des Piscos. Der Pisco wird auf 20 % bis 45 % Alkoholgehalt verdünnt und dann abgefüllt, etikettiert und verpackt. Natürlich haben wir ein Pisco-Sour "Müsterli" zu degustieren bekommen. Im Laden haben wir uns auch noch mit ein paar Flaschen eingedeckt.
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| reife Muskateller-Trauben |
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