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18.
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Viktoria-Seerosen im boliv. Tiefland |
Staub, Staub, nichts als Staub... |
Der Grenzübertritt verläuft wieder mal reibungslos und
rasch. Bald fahren wir auf bolivianischem Boden und unser Auto ist wieder
unter seinen Artgenossen, denn wir sind zurück im Landcruiser-Land. Die Strasse
führt am Titicacasee entlang durch eine wunderschöne Landschaft. Leider ist es bewölkt und wir
können die Cordillera Real nur schemenhaft erkennen. In Copacabana parkieren
wir auf der Plaza, besichtigen kurz die Kirche und fahren dann weiter. Das
kleine Dorf ist voller Touristen aber besitzt trotzdem einen netten Flair. Kurz
nach Copacabana geht es nur noch mit der Fähre weiter. Das Wort Fähre ist vielleicht etwas
übertrieben, es handelt sich eher um ein Floss. Wir können sofort auf eines
rauffahren und dann wird auch schon der Aussenbordmotor gestartet und mit der langen
Stange noch etwas nachgeholfen. Das Gefährt wirkt äusserst unstabil, doch wir
trinken einen Mate und geniessen die nette Überfahrt, die knapp 20 Minuten
dauert.
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| 800 m mit der Fähre über den Titicacasee |
Bei der Weiterfahrt verlassen wir bald den Titicacasee und brausen auf der schnurgerade Strasse über den Altiplano auf 4'000 m Höhe. In La Paz finden wir uns gut zurecht und kommen glücklich im Hotel Oberland an.
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| so würde ich La Paz zeichnen |
Wir bleiben 19 Tage in La Paz und unternehmen einiges. Wir besuchen für zwei Wochen einen Spanischkurs und wir merken, dass wir doch etwas dazugelernt haben, schlendern in La Paz rum, gönnen unserem Auto neue Öle in der Toyosa-Garage (das "s" ist kein Tippfehler), feiern im Oberland 1. August (CH-Nationalfeiertag), essen oft, viel und gut im Hotel Oberland (am liebsten Fondue Chinoise mit Lamafleisch), erwerben auf dem Markt ein Fotobearbeitungsprogramm, worin mich Michi schult, verbringen nette Stunden mit unseren Freunden Waltraud und Jürgen und unterhalten uns auch oft mit Michi und Andi. Kaum zu glauben, dass dafür 19 Tage reichen. Mir fällt der Abschied von La Paz etwas schwer, ich hab mich hier sehr wohl gefühlt und die Stadt hat für mich einen ganz verzaubernden, romantischen Charm. Für andere mag sie wohl eine chaotische, verkehrsreiche, unpersönliche Grossstadt sein.
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| gleich nach dem Cumbre-Pass |
Am 17. August ist es dann soweit, und wir starten unseren Motor. Wir fahren ein letztes Mal durch die Stadt und Richtung Villa Fatima raus. Es geht alles bergwärts und nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben geht es immer noch weiter rauf, bis zur Passhöhe des Cumbres auf 4'670 m. Nach der Passhöhe ändert sich die Landschaft schlagartig und wir kommen uns in die Schweiz zurückversetzt vor, es schneit sogar. Nun führt die Strasse nur noch talwärts.
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die alte Yunga-Strasse |
Wir benutzen die neue Strasse in die Yungas runter und nach Coroico verschwindet der Asphalt und mach einer zum Teil sehr schmalen Erdpisten platz. Daher müssen wir auf der linken Fahrspur fahren, die Strasse wird eng und so hat Erich beim Ausweichen den Abgrund gut im Blickfeld. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei und wir können uns wieder normal auf der Strasse bewegen.
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| wir fahren Links, oder doch in der Mitte? |
Kurz bevor es dunkel wird finden wir ein nettes Plätzchen zum stehen. Es ist warm, rund um uns herum zirpt und zwitschert es und die tropische Pflanzenwelt sticht uns mit riesigen Blättern, farbigen Blüten und hohen Bäumen ins Auge. Am nächsten Tag fahren wir auf Erdpiste durch gleichbleibende Landschaft, grüne Wälder mit exotischen Pflanzen, zwischendurch mal ein kleines Dorf bestehend aus einfach zusammengezimmerten Bretterhäuser. Dann kommen wir in die Llanos, eine Ebene mit viel Wasser. Wir sehen Tausende von Vögeln: Störche, Ibisse, Kuh- und Schmuckreiher, Schlangenhalsvögel und viele Raubvögel. Nach San Borje verwandelt sich die Piste in eine sehr staubige Angelegenheit. In der Regenzeit ist diese Strecke nur mit sehr grossen Anstrengungen, wenn überhaupt, zu überwinden. Wegen des feinen Staubes können wir die Fenster nicht öffnen und haben eine Megahitze im Auto.
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| Staubpiste San Borje - Trinidad |
Vor Trinidad müssen noch 3 Flüsse überquert werden. Dazu wurde ein Fährdienst eingerichtet. Wir fahren auf die erste Fähre, die etwas grösser als unser Auto ist und die von drei kräftigen Männern an einem Seil übers Wasser gezogen wird. Auf dem Fluss geht ein netter Wind und ich versuche, mich in diesen paar Minuten etwas abzukühlen, bevor es wieder in die Gluthitze unseres Autos geht.
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| Einfahrt zur Fähre |
Die zwei nächsten Fähren werden mit Aussenbordmotoren betrieben. Die Zufahrt zu diesen Fähren sind erlebnisreich. Es führt eine Sandpiste steil zum Fluss runter, zum Glück haben wir genug Bodenfreiheit und auch keinen Überhang.
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| Zu- und, Abfahrt zur Fähre |
In Trinidad übernachten wir bei einer herzigen Anlage mit Cabañas und Seelein und freuen uns auf die kalte Dusche. Zum ersten mal können wir einen Riesentucan beobachten.
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| der Glockenturm bei der Kirche San Javier |
Zwischen 1696 und 1760 entstanden in Dschungel des heutigen Grenzgebietes zu Brasilien nach dem Vorbild des Dominikanerpaters Bartolomé de Las Casas, der 1515-1522 in Venezuela die ersten Missionsdörfer für Indianer errichtet hatte, 10 Missionsdörfer. In diesen sogenannten Indianer-Reduktionen (Chiquitos-Reducciones), die jeweils von nur zwei Jesuiten-Patres geleitet wurden, leben zwischen 2'000 und 3'000 Guarani- bzw. Chiquito-Indianer. Sechs in ihrer historischen Struktur besonders gut erhaltene Missionsdörfer wurden 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Missionen waren so konzipiert, dass sie autark bestehen konnten. Grundpfeiler waren dabei die Land- und Viehwirtschaft sowie handwerkliche Berufe und Werkstätten.
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| die Kirche von San Javier |
Die Anlage einer Mission war fast immer gleich: Um einen grossen, meist
quadratischen Versammlungsplatz mit einem grossen Kreuz in der Mitte lagen an 3
Seiten die Wohnhäuser der Indianer. An der 4. Platzseite stand die Kirche und
dahinter Nebengebäude, Werkstätten und Gärten. Vor dem Dorf lagen die Felder
und Viehweiden. Die Guarani siedelten sich nicht ungern in den Reduktionen an,
da sie hier vor Sklavenjägern, Ausbeutung, Verschleppung und Knechtschaft
sicher waren. Das Vertrauen zu den Jesuiten war gross, denn diese redeten ihre
Sprache und respektierten ihre Lebensweise. Talentierte Guarani wurden neue
handwerkliche Fertigkeiten beigebracht, und so wurden viele von ihnen
hervorragende Steinmetze, Schnitzer, Maler, Weber oder Musiker. Dafür mussten
sie aber regelmässiger Arbeit und einer geordneten Lebensweise nachgehen und
vor allem den christlichen Glauben annehmen. Die Jesuiten unterrichteten die
Indianer aber nicht nur , sondern sie schlossen sie auch erfolgreich gegen
eindringende brasilianischen Sklavenjäger zusammen, organisierten den
Widerstand, so dass die Guarani zwischen dem Rio Paraná in Brasilien und der
Chiquitania in Bolivien schliesslich frei leben konnten.
Die Arbeit der Jesuiten wurde aber durch christliche und weltliche Neider
angefeindet und in Frage gestellt, obwohl sie der spanischen Krone Tribut
bezahlten. 1767 befahl Kaiser Karl III., die Reduktionen in ganz Südamerika
aufzulösen. Ein erfolgreiches Experiment war zu Ende. Doch während sich z.B.
über den parguayischen Reduktionen grösstenteils wieder der Dschungel schloss,
wurden die meisten der bolivianischen nicht zerstört. Die Bewohner hielten hier
an ihren christlich-guaranischen Lebensweise und an ihren Traditionen fest und
gaben auch ihre Dörfer nicht auf. Erst die Unabhängigkeitserklärung Boliviens
liess das System der Reduktionen zusammenbrechen.
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| die Kirche von Concepción |
Wir besichtigen die speziell schönen Kirchen und geniessen in San Ignacio de Velasco einen wunderbaren Ruhetag im Casa Suiza, wo wir bei Selva und José gut unterkommen und von ihrem feinen selbstgemachten Yoghurt verwöhnt werden. Brasilien ist nur noch eine Tagesreise von uns entfernt. Aber davon erzählen wir im nächsten Bericht.
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