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30. Hasta luego America del sur

Wir lassen das fruchtbare grüne Mendoza hinter uns und steuern wieder einer trockenen Pampa entgegen. Am zweiten Fahrtag erheben sich die Sierras de Cordoba in der Ferne und wir wissen, dass wir bald an unserem zweitletzten Ziel in Südamerika angekommen sind. Die Fahrt über die Sierra, die eine Höhe von 2'250 m erreichen, ist beeindruckend. Tolle Felsformationen und Farben begleiten uns und immer wieder reicht unser Blick zwischen den im sanften Wind wehendem Pampagras in die unter uns liegende braune, flache und trockene Ebene. Auf der Passhöhe treffen wir auf Gina und Werner (Riehen BS) mit ihrem KTM-Töff und wir trinken zusammen einen Kaffee. Am späteren Nachmittag fahren wir auf dem Camping "La Florida" bei Bettina und Ralf in Villa General Belgrano ein und werden herzlich begrüsst, fast schon wie zu Hause. Gina und Werner sind natürlich schon vor uns eingetroffen und wir verbringen ein paar schöne Tage auf "baslerdytsch" zusammen. Natürlich fehlt auch das obligate und gourmemässige Assado von Erich nicht. Fast zwei Wochen verbringen wir auf dem ruhigen Campingplatz, geniessen die heissen Sommertage im Pool, unternehmen täglich Spatziergänge ins Dorf, gehen zum Coiffure und erledigen unsere Putzarbeiten im und ums Auto herum. Dann sind wir startklar für Buenos Aires, verbringen noch unterwegs unsere letzte Nacht "on the road" in Südamerika, und fahren über die Autobahn in die pulsierende Hauptstadt Argentiniens ein. Mittels guter Strassenkarte haben wir keine Probleme unser Ziel auf Anhieb zu finden, den Schweizer Club in Tigre. Wir werden nett empfangen und durch die alte aber sehr saubere Anlage geführt. Parkieren können wir auf dem grossen Kies-Rasenparkplatz direkt an der Strasse. Das ganze Gelände ist von einem grossen Eisenzaun umgeben und so fühlen wir uns megasicher. Tigre ist der Ausflugsort der Städter am Wochenende. Wir staunen nicht schlecht, als wir unseren ersten Spatziergang am Sonntag-Nachmittag entlang des Kanals unternehmen und überall auf den Wiesen Familie mit Kindern auf Picknickdecken oder Gartenstühlen, an dessen Beine Hunde wedeln, sitzend und liegend Mate schlürfen sehen. Die Argentinier wissen einfach, wie man sich erholt! Am Montag steigen wir am nahen gelegenen Bahnhof in den Zug, der uns in 45 min. ins Zentrum von Buenos Aires bringt. Dort wollen wir uns zuerst beim Hafenagenten der Grimaldi (Frachtschiff) melden und nachfragen, wann unser Schiff Buenos Aires Richtung Heimat verlässt. Im Büro treffen wir auf Tanja und Adi, auch aus der Schweiz. Da wir zufällig alle vier für die nächsten paar Stunden keine Termine, Besorgungen oder wichtige Sitzungen in unseren Terminkalendern eingetragen haben, schlendern wir zusammen zum Jachthafen und setzten uns auf eine Terrasse eines nettes italienisches Restaurants zum Essen. Tanja und Adi stehen mit ihrem Auto auf einem Parkplatz vor dem Jachtclub wo auch Irene und Hans, mit denen wir Weihnachten verbracht haben, stehen. Wir verabreden uns mit allen für den nächsten Tag zum Mittagessen. Ein paar Tage später treffen wir uns wieder zu 6 in der Stadt, wo wir zusammen den Friedhof Ricoletta und den angrenzenden Markt besuchen. Der Friedhof ist wirklich interessant. Die reichen Portenios (Einwohner von Buenos Aires) haben sich hier kleine Grabstätten in Häuserform gebaut. Wir schlendern durch die kleinen Gassen aus Gräbern und entdecken viele bekannte Namen wie Rocca und Sarmiento. Die Katzen, die uns um die Beine streichen oder sich auf den warmen Grabsteinen an der Sonne zusammengerollt haben werden hier als Geschöpfe der Nacht und Hüter der Geister geduldet, sogar verehrt. Wir müssen acht geben, dass wir nicht einer der Wassernäpfe für die Katzen, die überall herumstehen, umstossen. Nach dem Friedhofsbesuch, dem Schlendern durch den vielseitigen Markt und dem Zusehen eines Paares, welches das Tangobein schwingt, ruhen wir unsere müden Knochen in einem netten Kaffee aus  und schlemmern Kuchen. Es ist schon dunkel geworden und für Erich und mich wird es Zeit, uns von unseren vier Schweizern zu verabschieden. Wir haben noch zwei Tage in Südamerika, die wir mit restlichen Vorbereitungen für die Schiffsreise ausfüllen wollen. Dann ist es so weit. Dienstag morgen, der 22. März 2005 um 8.10 h steuert Erich uns aus dem Parkplatz des Schweizer Clubs, ich mit einem etwas nervösen Gefühl im Bauch und den Händen auf dem Stadtplan. Wir kommen auf der Autobahn gut voran, bis wir in den Stau geraten. Drei Kilometer in 40 min., so kann das nicht weitergehen, sonst verpassen wir tatsächlich noch unser Schiff. Schnell wechselt Erich die Spur, bzw. die Spuren, die Autobahn hat etwa sechst Stück davon und schon sind wir auf der Abfahrt der Autobahn. Auch auf er Hauptstrasse ist viel Verkehr, doch es geht dank dem geregelten Ampelsystem zügig voran. Ich staune und zähle, sage und schreibe 11 weitere, in unsere Richtung führende Spuren neben unserer. Wir finden uns fabelhaft zurecht und kommen doch noch pünktlich im Hafen an. Die Zollformalitäten sind rasch erledigt und die erwartete strenge Kontrolle bleibt aus. Der junge Beamte unterhält sich mit Erich über Musik und vergisst darüber, in unsere Weinschachteln und sonstiges Gepäck. Nun ist der Moment da, wir fahren mit unsere Auto auf die Rampe der Reppublica di Argentina und verlassen so den Südamerikanischen Kontinent.    

unser Schiff, die Reppublica di Argentina

Wir legen ab, während wir das Abendessen geniessen und als wir später an Deck gehen, sehen wir Buenos Aires nur noch als schwache Skyline am Horizont spiegeln. Das Bild wird mir ewig in Erinnerung bleiben und doch hoffe ich, dass ich nicht zum letzten Mal hier war und verabschiede mich in Gedanken mit "hasta luego, Argentina".

Blick auf Rio von der Rep. di Argentina aus

Nach 23 Tagen starten wir im Hafen von Hamburg den Motor unseres Landcruisers, durchqueren den riesigen Bauch des Schiffes und berühren wieder europäischen Boden. Die Räder rollen nach 17 Monaten wieder Richtung Schweiz, wo wir mit einer "Überraschungsparty" von unseren Freunden begrüsst werden.   

 

 

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