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Wir sitzen im Zug, es ist 7.56 h, der 11. Juni 2005. Die
saftig, grüne Weide- und Waldlandschaft rast am Fenster vorbei und die Sonne
hüllt alles in ein glänzendes Licht. Wir sind gestartet!
Wir wollen ein Teil des "Kulturweg Alpen" wandern, der in Montreux
beginnt und in Müstair endet. Wie lange und wie weit wir wandern, hängt von
unserer Motivation, Lust und Laune ab. Wir haben uns zu Hause überlegt, einige
Zwischenstrecken, die wir auf Teer laufen müssten oder die wir vielleicht schon
kennen, und für uns deshalb nicht sehr interessant sind, mit den öffentlichen
Verkehrsmittel zu überbrücken. Für uns steht im Vordergrund, die Wanderung zu
geniessen und die Schweiz intensiver zu erleben.
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| Erste Wegweiser in Montreux |
Gehzeit: 5.5 Std., 15 km., Höhenmeter 1176 (hoch) / 840 (runter)
Wir starten in Montreux und unser erster Wandertag führt und durch das alte Städtchen Montreux, durch die Gorge de Chandron, weiter vorbei über Wasserläufe, vorbei an kleinen Wasserfällen und durch Wälder. Auf dem Col de Jaman geniessen wir eine herrliche Aussicht zum Genfersee und zu den Alpen. Wir steigen ins Friburger-Land ab, bis zur idyllischen Brücke (Pont du Pontet) aus dem Jahre 1680.
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| Blick vom Col de Jaman auf den Genfersee |
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| Erster Übernachtungsplatz bei der Pont du Pontet |
Gehzeit: 3 Std., 10 km, Höhenmeter 625 /300
Bei schönem Wetter geht es durch Wald und Wiesen nach Montbovon. Wir überqueren die Saane und wandern durch Wald über die "petit Chia". Viele rote Erdbeeren säumen den Weg, und da es abwärts geht, geniessen wir die fruchtige Abwechslung. Die letzte Etappe bis Rossinier ist auf Hartbelag und eher langweilig. In Rossinier finden wir keine geeignete Unterkunft oder Schlafplatz und so entschliessen wir uns, mit dem Zug nach Chateau d'Oex zu fahren, wo wir uns in der Jugendherberge einquartieren.
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| Reidigenpass |
Gehzeit: 4 Std., 16 km, Höhenmeter 330 / 280
Der Weg bis Rougemont (2 Std.) ist schön und eben. Wir geniessen das sonnige Wetter und sind trotz des berüchtigten "3. Tages" (wo einem doch sonst immer alles weh tut) gut unterwegs. Es geht weiter, alles der Saanen entlang. Der Weg ist nicht spektakulär, doch trotzdem gefällte es uns heute. In Gstaad beenden wir unseren Wandertag und wir werden von unseren Freunden Sandy und Tom herzlich empfangen und schlemmern zusammen ein feines, von Sandy gezaubertes Abendessen.
Gehzeit: 5 Std., 19 km, Höhenmeter 250 / 680
Die ersten eineinhalb Stunden wandern wir von Gstaad (Turbach) nach Schönried und fahren mit der Bahn aufs "Rellerli". Wir wandern auf dem Rellerligrat neben blühenden Alpenrosen, Enzianen und wunderschönen, in tausend Farben blühenden Alpenblumen. Nach der Alp Bire geht es einen verwunschenen, steilen Weg abwärts nach Ablentschen, wo wir ein ruhiges Plätzchen finden, um unser Zelt aufzustellen.
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| Kätzli auf einer Alp |
Gehzeit: 5.5 Std., 17 km, Höhenmeter 620 / 820
Wieder ein schöner Sommertag und die erste Stunde bis Weibelsried führt gemütlich eben bevor es dann ein steiles Stück zum Reidigenpass hochgeht. Von hier oben erhaschen wir einen exzellenten Blick auf die Bergspitzen der Gastlosen. Nach dem Pass geht es steil in die "Chlus". Der Weg ist gut aber eng und windet sich den Berg hinunter. In Boltigen nehmen wir den Zug, denn wir finden nirgends einen geeigneten Platz für unser Zelt und entscheiden uns für den Zeltplatz in Oey. Durch meine Unachtsamkeit steigen wir dummerweise eine Station zu früh aus und so wandern wir nochmals 30 min., bis wir beim Zeltplatz angekommen sind.
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| Justistal |
Gehzeit: 5 Std., 16 km, Höhenmeter 1120 / 710
Wir fahren mit dem Zug nach Spiez, laufen dort zum See und geniessen eine schöne Schifffahrt über den See nach Merligen. Schon die ersten Schritte gehen bergwärts, und dies ändert sich auch in den nächsten 90 Minuten nicht. Wir haben klaren Blick auf die perfekte Pyramide des Niesen und auf die Umgebung. Es geht ein paar Schritte eben, vorbei an grasenden Kühen und blühenden Wiesen, bevor wir nach Innereriz absteigen. Dort finden wir am Fluss eine geeignete Stelle für unser Zelt.
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| Kurz vor der Sichle |
Gehzeit: 3 Std., 11 km, Höhenmeter 150 / 320
Nachdem wir Innereriz hinter uns gelassen haben, kommen wir in eine Moorlandschaft. Leider beginnt bald eine talwärts führende Teerstrasse und das Gehen wir mühsam. Im Schangnau i.E. nehmen wir das Postauto bis Marbach. Dort benötigen wir viel Zeit um einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden, denn der Camping gefällt uns nicht.
Gehzeit: 3.5 Std., 12 km, Höhenmeter 470 / 460
Die ersten 90 Min. geht es auf Teer, alles bergwärts. Auf dem Hilferenpass führt der Weg streckenweise durch eine schöne Moorlandschaft bevor er wieder auf Teer mündet. In Flühli steigen wir in die ÖV nach Stalden, wo wir von unseren Freunden Bea und Walti herzlich begrüsst und bekocht werden.
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| Alp-Käse |
Gehzeit: 5 Std. 50 Min., 14 km, Höhenmeter 1050 / 950
Kaum in den Wanderschuhen, geht's steil bergwärts, zuerst auf Teer und dann kreuz und quer über Alp- und Kuhwiesen. Auf dem Storeggpass geniessen wir die wunderschöne Aussicht, gehen steil abwärts bevor wir über eine wunderschöne Hocheben laufen, die von Tausenden von Blumen übersät ist. Der steile Weg runter nach Engelberg will keine Ende nehmen.
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| Blumenpracht auf dem Storegg Pass |
Gehzeit: 3 Std., 11 km, Höhenmeter 190 / 180
Etwas ausserhalb von Engelberg besteigen wir die Gondel zur Fürenalp. Bei strahlendem Sommerwetter geniessen wir die gemütliche Wanderung zur Blackenalphütte.
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| Blick auf Engelberg |
Gehzeit: 3 Std. 15 Min., 8.5 km, Höhenmeter 580 / 830
Der Weg zum Surenenpass ist sehr angenehm, nicht sehr steil und an blühende Wiesen vorbei. Auf dem Pass kommen wir nicht aus dem Staunen raus, denn auf der anderen Seite liegt noch Schnee, den wir in etwa einer Stunde durchqueren. In Brüsti wollen wir mit der Gondel runter nach Altdorf fahren, doch die erste fährt ohne uns. So haben wir Zeit, einen Kaffee zu kochen, bevor wir die nächste Gondel nehmen können.
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| Schutzthütte auf dem Surenenpass |
Gehzeit: 3 Std., 8 km, Höhenmeter 700 / 150
Die ersten eineinhalb Stunden gehen auf einer Schotterstrasse den Berg hoch. Wir können rechts und links immer wieder Erdbeeren pflücken, eine nette Abwechslung. Entlang dem Fellibach wandern wir gemütlich durchs Fellital.
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| Fellital mit Blick zur Fellilücke |
Gehzeit: 4.5 Std., 12 km, Höhenmeter 1110 / 430
Der Weg führt weiter durch das schöne Fellital immer auf die Fellilücke zu. Die letzte Stunde müssen wir über grosse Felsbrocken hüpfen. Wieder runter zum Oberalppass sind es nur 45 min. Wir steigen in die ÖV, die uns nach Hospental bringen.
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| Gotthard-Kutsche |
Gehzeit: 5 Std., 16 km, Höhenmeter 725 / 1020
Schon als Kind hab ich immer über die schöne Landschaft und die Strassenführung am Gotthard gestaunt. Nun können wir zu Fuss durch die Landschaft wandern. Es regnete die ersten 30 min., danach haben wir wieder strahlendes Wetter. Wir wandern viel auf der alten Gotthardstrasse und geniessen jeden Schritt. Auf dem Gotthardpass gönnen wir uns einen Kaffe, bevor es die Tremola hinunter geht. Der Fussweg führt schnurgerade runter, immer wieder die Tremola querend.
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| unterwegs von Hospental zum Gotthard Pass |
Gehzeit: 2 Std. 15 Min., 10 km, Höhenmeter 250 / 250
Wir sind heute im Kanton Tessin aufgewacht und wandern den ganzen Tag auf der "strada alta". Diese Strasse führt am Berghang in ca. 1200 Meter Höhe der Leventina entlang. Wir wandern durch wunderschönen Mischwald, der fantastisch riecht.
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| Die Tremola abwärts.. |
Gehzeit: 4 Std. 10 Min., 12 km, Höhenmeter 770 / 570
Wieder führt uns der Weg durch Wälder mit Marroni-Bäumen. Am späten Nachmittag zieht schlechtes Wetter auf und wir finden in einem Rustico Unterkunft, bevor der starke, aber dafür kurze Regen losbricht.
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| Wer ist schon alles auf diesem Weg gewandert? |
Gehzeit: 4 Std. 40 Min., 13 km, Höhenmeter 530 / 1020
Der Weg führt uns wieder durch Wald, vorbei an wunderschönen alten Rusticos. Neben dem Weg stechen die blauvioletten Heidelbeeren hervor, die ausgereift und dick auf die Pflücker warten. Da für uns das Bücken mit den schweren Rucksäcken nicht so angenehm ist, lassen wir die Heidelbeeren für die nächsten Feinschmecker übrig und laufen, stetig abwärts, nach Acuarossa.
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| Rustocos auf der strada alta |
Gehzeit: 3.5 Std., 13 km, Höhenmeter 580 / 150
Da es in der Nacht geregnet hat, ist es drückend heiss. Der steile schmale Weg lässt bald die ersten Schweisstropfen auf unserer Stirn erscheinen. Wir laufen heute viel auf Hartbelag, doch kommen wir durch herzige Dörfer.
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| auch Pause muss sein |
Gehzeit: 4 Std., 11 km, Höhenmeter 1030 / 70
Schon die ersten Schritte sind anstrengend. Es geht eine Stunde steil aufwärts bis zum Staudamm. Dann durch einen langen Tunnel, der nicht beleuchtet ist, was bei mir ein etwas gruselig Gefühl auslöst. Vor allem wir es sofort sehr kalt. Der Weg führt eben, bevor es die letzte Stunde wieder steil aufwärts geht.
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| Morgenstimmung auf der Grainahochebene |
Gehzeit: 5 Std. 20 Min., 17 km, Höhenmeter 430 / 1150
Wir wandern früh los, durch Nebelschwaden und vom Kanton Tessin in den Graubünden. Die Grainahochebene zeigt sich von ihrer schönsten und mysteriösesten Seite, mit Dunst, Sonnenschein und fast menschenleer. Nach dem Pass Diesrut führt der Weg kurvenreich abwärts bis nach Vrin, ein hübsches Dorf mit Holzhäusern.
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| Wanderer auf der Grainahochebene |
Gehzeit: 3 Std., 12 km, Höhenmeter 300 / 150
Heute führt der Weg alles dem Rhein entlang. Es ist eben und wir können viel im Schatten laufen, denn es wird ein heisser Sommertag. Nach der bezaubernden Berglandschaft ist es hier doch fast "normal".
Gehzeit: 4 Std. 15 Min., 17 km, Höhenmeter 600 / 350
Der Rhein begleitet uns auf unserem letzten Wandertag. Wir durchwandern die Rheinschlucht, bestaunen die steilen Wände und freuen uns ab der Natur.
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| die Rheinschlucht |
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