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Heute schreiben wir den 16. November 2007 und genau vor 4 Jahren sind wir nach Südamerika aufgebrochen und genau heute, nach 4 Jahren rollen die Räder unseres Toyotas wieder Richtung Südamerika. Den ersten Abend verbringen wir noch in der Schweiz bei unseren Freunden Sandy & Tom, die uns mit einem köstlichen Abendessen verwöhnen. In Gstaad ist der Winter eingebrochen und Schneeflocken folgen uns über die Grenze nach Frankreich. Der erste Morgen im Auto, in Frankreich, ist bitterkalt, doch mein neu erworbener dicker Winterschlafsack hält mich schön warm. Trotzdem benötige ich etwa 20 Minuten um meinen Arm aus dem Schlafsack zu schälen und auf den Startknopf der Heizung zu drücken. Brr... unser Thermometer zeigt im Auto eine Kälte von - 7 Grad an. Die Reise durch Frankreich ist lange, doch wir fahren wenig Autobahn und sehen umso mehr von der Landschaft. Die Umgebung von Bordeaux hat es mir besondert angetan. Viele gepflegte Rebenfelder säumen den Weg, jeweils bestückt mit einem herzigen, weissen Häuschen ("Chateau"). Nach 4 Fahrtagen erreichen wir bei Einbruch der Dunkelheit eine Beach in der Nähe von Bilbao, wo wir übernachten. Das Schiff ist mit seiner Ankunft einen Tag in Verzug und so haben wir noch zwei volle Tage, in denen wir die Küste erkunden können.
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| Eines der beiden Rettungsboote |
Am 22. November 2007 fährt das riesige Schiff, die Grande Buenos Aires, im Hafen von Bilbao ein. Wir werden herzlich von der Crew begrüsst und können gleich unsere Kabine beziehen. Wir stellen uns den restlichen neuen Passagieren vor, die uns die nächsten Wochen begleiten werden.
Am nächsten Tag, wir sind erst seit kurzem aus dem Hafen ausgelaufen, wach ich auf und mir wird schon übel von der rauen See. Das fängt ja gut an, und wird auch bis Ende der Seereise nicht besser. Immer wieder werde ich zu "Stugeron" greifen müssen. Am 26. November 2007 fahren wir in den Hafen von Casablanca (Marokko) ein. Die Stadtbesichtigung fällt für uns aus, da wir unser Auto verstellen müssen, und somit auf Abruf bereit stehen.
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| Neuwagen, die auf ihre Verschiffung warten |
Die Fahrt geht weiter und wir segeln ein paar Tage entlang der marokkanisch und senegalesischen Küste, bevor wir in Dakar in den Hafen einlaufen. Es ist schon wärmer geworden und die Luftfeuchtigkeit ist auch gestiegen. Nach 10 Tagen ist es das erste Mal, dass wir von Bord können und wir erkunden Dakar zu Fuss. Es tut gut, rumzulaufen, obwohl die Armut und die fremdartigen Menschen und Kultur uns zu denken geben und uns auch staunen lassen.
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| Spur unseres Schiffes |
Nach einem weiteren Tag auf See kommen wir in den nächsten Hafen. Die Stadt Banjul (Gambia) (oder ihre Ausläufer) liegt direkt am Hafen, der eigentlich nur aus einem Steg besteht, an dem unser Schiff knapp platz hat. Wir haben ein paar Stunden zeit, um uns die Bein zu vertreten und nutzen die Gelegenheit. Die ersten Eindrücke, von bunt gekleideten Frauen, staubigen Strassen und Gerüche in allen Variationen und Vorstellungen prasseln auf uns ein. Überall liegt Staub in der Luft, denn nur ein kleines löchriges Teerband führt die Hauptstrasse entlang. Rechts und links reihen sich Verkaufsstand an Verkaufsstand, die alle das gleiche anbieten; Schuhe, Stoffe, Kleider und Taschenrechner. Es ist heiss und feucht, trotzdem tut uns der Spaziergang sehr gut, und die Eindrücke setzen sich in unseren Gedanken fest. Ehemalige Bekannte von uns wollten nach Gambia auswandern, das war vor etwa 10 Jahren. Ich stelle mir die ganze Zeit die Frage, wie kamen sie nur auf diese Idee??? Für mich war der Ausflug sehr bereichernd und auch erschütternd. Er zeigte mir auf ein Neues, wie gut es uns geht!
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| Seegelboot im Hafen von Freetown |
In Afrika laufen wir noch zwei weitere Häfen an, doch wir gehen nicht von Bord. In Conakry und Freetown ist es sehr heiss und ich kann mir einen Landgang bei dieser Hitze nicht vorstellen. So sitzen wir gemütlich im Schatten und lassen die laue Meeresbriese über unsere Gesichter streichen.
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| Frachtschiff am Pier von Salvador |
Nun überqueren wir für 4 1/2 Tage den Atlantik. Es hat viel Wind, und das Schiff wiegt sich sanft hin und her und es ist sehr angenehm, stundenlang draussen zu sitzen, die Gedanken schweifen zu lassen und in das blaue Blau des Ozeans zu blicken.
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| Vorderseite des Containerschiffes |
Es ist nicht viel los auf dem Atlantik. Manchmal taucht für kurze Zeit ein Frachtschiff am Horizont auf, oder ein paar Delfine hüpfen munter vor unserem Schiff her, oder die fliegenden Fische blitzen für kurz an der Wasseroberfläche, denn sich können sich nicht entscheiden, ob sie nun fliegen oder schwimmen wollen und erscheinen immer wieder für ein paar Flügelschläge an die Oberfläche um dann wieder abzutauchen. Grosse Rochen schwimmen neben uns her, Wale tauchen in der Ferne auf, die zu unserer Freude Luftsprünge vollführen. Die Albatrosse erscheinen in einer Mehrzahl und unterhalten uns ganze Nachmittage mit ihren Kapriolen.
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| Musterstation bei Nacht |
Am 11. Dezember 2007 haben wir den Atlantik überquert und laufen in Salvador (Brasilien) ein. Wir haben Zeit, uns die Füsse zu vertreten (und das wieder auf südamerikanischem Boden) und laufen die 3 km in die Stadt, wo wir ein paar Euros wechseln, um ein kaltes Getränk geniessen zu können. Ein Besuch im Internet sowie ein paar Einkäufe wie, Chips, Cola ligth und Guarana dürfen nicht fehlen, bevor wir dann wieder zurück in den Hafen marschieren. Die Gegend, durch die wir kommen, war mit alten Häuser im Kolonialstil bebaut, die meisten aber schon sehr alt und abbruchreif und meist nicht mehr bewohnt. Trotzdem hatte die Gegend ein ganz besonderen Charme und die Leute mit ihrer, für uns fremdklingenden und lustigen Sprache, erscheinen uns exotisch und doch nicht ganz fremd.
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| Taue... |
Die nächsten Häfen, die wir anlaufen sind: Rio de Janero, Santos und Zarate. Das Wetter ist für einen Landgang nicht optimal. In Rio regnet es und in Santos und Zarate ist es drückend heiss, dass wir nur faul im Schatten auf unseren Campingstühlen sitzen und zugucken, wie die Crew das Schiff ent- und belädt.
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| Brücke, das Reich der Navigation |
Am 21. Dezember 2007, nach 30 Tagen Seereise, kommen wir in Buenos Aires an. Die Schiffsrampe wird für uns Autoreisende runtergelassen und wir können, nachdem die Immigration schon die Papiere und Pässe an Bord ausgefüllt und gestempelt hat, über die Rampe fahren, und die Räder unseres Toyotas berühren argentinischen Boden. Das Schiff muss noch umparkieren und zieht die grosse Rampe wieder hoch. Wir werden von den Zollbeamten begleitet und aus dem Hafengebiet gelotst.
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| Rettungsübung bei der Musterstation |
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