...die, in der die
Gauchos feiern (Folge 110)
Argentinien ist ein Land voller
Gegensätze. Einerseits kämpfen wir in Patagonien mit stürmischen Winden und
können andererseits in der Hitze von Cordoba keinen Windhauch einfangen, der
unsere heissen Gesichter kühlen würde. Dann versinken wir in den Wassermassen
der regnerischen Tage in Formosa oder der Wind bläst uns die trockenen
Sandkörner auf dem Paso San Francisco entgegen. In Grossstädten wie Buenos
Aires oder Salta staunen wir in den modernen Supermärkten und auf dem Lande
zeigt uns das extrem einfache Leben der Bauern, wie
reich wir sind. Fahren wir durch die wenig bewohnte Landschaft von
Argentinien, sehen wir immer wieder Gauchos auf ihren stolzen Pferden reiten, um
deren Hufe eine Horde Hunde rennen. Wo bei uns die modernsten Arbeitsgeräte, Motorräder oder Autos
eingesetzt werden, reiten hier die Bauern oder Gutsbesitzer auf ihren Pferden,
wie es ihre Väter und Grossväter taten.
Als wir dann Mitte Juni in Salta ankommen, wollen wir das Gauchofest natürlich
nicht verpassen.
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Wir stellen uns an die Strasse und sehen
zu, wie die verschiedenen Gauchogruppen an uns vorbeiziehen. Die Pferde sind
nicht all zu gross, doch kommen sie schön geschmückt daher und in ungemein
vornehmen Schritten. Die grossen Schoner aus Kuhleder schützen vor dornigem
Gestrüpp in der Pampa.
Die Frauen glänzen durch ihre
wunderschönen Trachten und ihre stolze Haltung auf den Pferden.
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In der Zeit als sich Argentinien um die
Unabhängigkeit von Spanien bemühte, so um 1810, standen sich die Föderalisten
und Unitarier unversöhnlich gegenüber. Die Föderalisten waren
grösstenteils Vertreter der kolonialspanischen Grossgrundbesitzer, mit dem Ziel
eines lockeren Bundes von einzelnen Bundesstaaten. Die Unitarier, hauptsächlich
Handelsbürger mit Sitz in Buenos Aires, wollten einen straff geführten
Einheitsstaat unter der politischen Führung von Buenos Aires. Sie verfolgten
das wirtschaftliche Ziel: totaler Freihandel, keine Schutzzölle, keine
Subventionen. Die nächsten Jahren waren innenpolitisch gesehen eher
unübersichtlich. Regierungen wechselten sich in kurzen Abständen ab, mal war
es eine mehrköpfige Junta, dann ein Triumvirat, mal ein einzelner Director
Supremo. In dieser Zeit spalteten sich Paraguay und Uruguay von Argentinien ab.
1816 war der Unitarier Juan Martin Peuyrredon "Director Supremo"
geworden, doch er schaffte es in seiner dreijährigen Amtszeit nicht, die
Konflikte zwischen den Unitariern und Föderalisten zu lösen. In den Provinzen
hatten Caudillos die politische Macht, teilweise mit Privatarmee. Sie zwangen
schliesslich auch Pueyrredon zum Rücktritt. Einer der wichtigsten
Provinzführer war General Martin Güemes aus Salta.
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die Millitaertruppe |
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Nachdem der Umzug vorbei ist, strömet
die Menschenmenge wieder heimwärts. Wir bleiben noch und schlendern durch die
vielen Pferde und atmen den würzigen Leder- und Pferdegeruch ein.
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sieht
doch richtig bequem aus? |
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wunderschön
gearbeitete Trensen |
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Ich sehe uns schon die Pferde satteln,
die Packtaschen aufbinden, den Poncho fest um uns binden und den Hut
zurechtrücken, bevor wir aufsteigen. Dann eine sanfte Bewegung mit den Fersen,
nur den Bauch des Pferdes streichelnd und schon setzen wir uns in Bewegung. Doch
nach einem weiteren Augenschlag merke ich, dass wir wieder in unserem Toyota
sitzen und Salta nordwärts verlassen
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das
Messer darf nicht fehlen |
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