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| Nebelschwaden über Loch |
Eine Reise beginnt bekanntlich immer früh Morgens, bei uns um 05.00 h? Wir, dieses Mal begleiten uns Esti und Remo auf unserer 8-tägigen Tour, düsen über die regnerische Autobahn nach Genf und das Flugzeug bringt und sicher nach Edinburgh. Alles geht relativ schnell; beim Gepäck abholen nimmt unser Koffer noch eine extra Runde, da er irgendwie aussieht, wie alle anderen, die Immigration lässt uns mit einem Lächeln ins Land eintreten, wir nehmen unser Mietauto in Empfang und schon brausen wir in unserem Luxusauto - zwar auf der falschen Strassenseite - über die Forth-Bridge Richtung Norden. Die erste Pause verbringen wir in einem kleine Dorf. Wir schlendern die Hauptstrasse entlang, staunen, wie anders die Welt sein kann als das alt Bekannte und erstehen in einem nach Metzgerei aussehenden Fischladen vier Styroporboxen mit fein duftenden Fish & Chips. Gestärkt geht's noch etwas weiter Richtung Norden und in Pitlochry finden wir ein nettes Hostal, wo wir müde und zufrieden in die Kissen sinken, jedoch nicht, bevor wir in einem Pup unsere Gaumen mit einem dunkelbraunen schäumenden Guiness bekannt machen.
Der Morgen empfängt uns mit eisig kaltem Wind und wir freuen uns ab der klaren Luft. Wir spazieren über einen kleinen Damm, unsere Blicke streifen die rot, braun bis gelbe Blätterpracht des Waldes, der das Wasser flankiert. Damit die Fische den von Menschenhand angelegten Damm überwinden können, um weiter ihren Weg im Fluss fortführen zu können, wurde eine Fischtreppe angelegt.
Weiter geht es zum Loch Ness. Das Monster lässt sich nicht blicken, wahrscheinlich, weil wir so wunderbares Wetter haben. In Glen Afflic vertreten wir uns die Füsse und spazieren durch rotschimmernde Moorlandschaft entlang an dunkeln Bächen. In Fort Augustus finden wir für diese Nacht eine nette Unterkunft.
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| ... ohne Worte |
Am nächsten Tag begrüsst und Schottland wieder mit einem
stahlblauen Himmel und Glen Shield wird bei mir für immer als braun-rot
glitzernden Farn und Erika bewachsene Moorlandschaft, umgeben von grün-gelbe
schimmernden Wälder und sprudelnde, dunkle Bäche in Erinnerung bleiben. Ich
bin fast erstaunt, dass kein Dumbledor auf fliegendem Besen, Frodo, rennend mit
seinen sieben Gefährten oder Jamie mit wehenden roten Haaren, auf einem
mächtigen Pferd sitzend aus dem Märchenwald hervorkommen.
Auch das Eilean
Donan Castle hinterlässt bei mir einen romantischen, verklärten Eindruck. Ich denke, jeden
Moment kommt eine Ritterschar über die Brücke getrabt, mit glitzernden
Rüstungen und wehenden Fahnen, dahinter ein Schimmel mit samtroten Zaumzeug und einer (natürlich) wunderschönen Prinzessin mit wallenden Kleidern
die hoch erhobenen Hauptes, mit einem Diadem als Krönung im Sattel sitzt. Doch
nachdem ich noch einmal blinzle, eilen nur mit Fotoapparaten behangene
Touristen aus aller Welt umher.
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| Eilean Donan Castle |
Über eine steile Brücke gelangen wir auf die Insel Skye, wo wir in Portree eine gut eingerichtete Unterkunft finden. Ein abendlicher Spaziergang am Meer entlang lässt unseren Gedanken Flügel wachsen.
Am nächsten morgen ist es nass und bewölkt. Endlich schottische Verhältnisse. Wir entschliessen uns für eine Inselrundfahrt mit dem Auto. Der Kilt-Rock gefällt mir besonders gut, denn der Fels wirft Falten wie ein Schottenrock.
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| Kilt-Rock (im Hintergrund) |
Auf einem Hochplateau (Höchster Punkt ca. 550 m.ü.M.) steigen wir in unsere festen Schuhe und begeben uns auf den Wanderweg. Zuerst stehen noch einige Leute herum, doch nach einer halben Stunde haben wir die fantastische Landschaft für uns alleine.
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| auf dem Hochplateau |
Wir kommen zwischen zackigen Felsformationen hindurch, in denen noch der Nebel hängt. Weiter geht's bergwärts zu einem Aussichtpunkt, von wo wir einen herrlichen Ausblick übers Meer erhalten.
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| die mystischen Berge warten auf uns... |
Doch wir sind noch nicht zu oberst angelangt. Noch 30 Minuten schweisstreibende Schritte dauert es, bis wir den Gipfel, der jedoch die breite Form eines Plateau besitzt, erreichen. Hier oben ist alles in Nebel gehüllt und wir können nichts erkennen. Wir müssen sogar genau schauen, damit wir den weiteren Weg finden. Zur Wegmarkierung stecken kleine gelbe Hölzchen im Boden, die wir zwischendurch etwas suchen müssen.
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| die Wiese ist ziemlich feucht |
So plötzlich wie der Nebel verschwunden ist, so plötzlich wird der Boden feucht, sehr feucht sogar. Jeder Schritt gibt schmatzende Laute von sich und unsere Wanderschuhe stehen ziemlich tief im Wasser. Auch als wir das Plateau verlassen und der Weg wieder abwärts führt, hört die sumpfige Moorlandschaft nicht auf. Wir haben alle gute Schuhe an und so kann und die 60-minütige nasse Überquerung des Moors nichts anhaben.
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| Glen Etiv |
Am nächsten Tag fahren wir zu einer Landspitze, stellen unser Auto auf dem Parkplatz ab und wandern zum Kap hinaus. Eine ruhige gemütliche Wanderung mit toller Aussicht auf die Beach, das Meer und die Küstenformationen. Gegen Abend nehmen wir die Fähre zurück aufs Festland nach Mallaig. Das kleine Dorf hat doch tatsächlich kein Platz mehr für eine Übernachtung und so fahren wir, gestärkt durch ein feines Fischnachtessen, weiter. Wir müssen weit fahren, halten immer wieder an um nach einer Übernachtungsmöglichkeit nachzufragen, doch wir reisen in der Nebensaison und so haben schon viel Unterkünfte geschlossen. Auch bei einem Schild "B&B vacancie" halten wir an. Es ist schon dunkel und wir leuchten uns mit der Taschenlampe den Weg zu Haus. Als nach dem Klopfen keiner öffnet, stehen wir im Wohnzimmer einer verdatterten Frau, die sehr überrascht schaut, da sie wohl nicht mehr mit Gästen gerechnet hat und wohl auch den ganzen Vorrat selbst ausgetrunken hat und uns wieder etwas unhöflich hinauskomplimentiert. (Diese Touristen haben auch keine Ahnung von gar Nichts.) Wir fahren in der Dunkelheit weiter und öfters hüpfen Hirsche über die Strasse. In Fort Williams kommen wir schlussendlich in einem Hostel unter. Wir bekommen den "actor-room" und ich Schlafe in "Robert Carlysle" (Full Monty, the 54 state, Eragon) Bett. Na dann, gute Nacht!
Der nächste Morgen führt uns durch Glen Coe, ein wunderschönes Tal, gesäumt von Bächen, Wälder und glitzernde braun-rote Wiesen. Auch die Hügel sind speziell, rund und dunkel funkelnd. Wir stechen ins Glen Etiv ab. Wir sind alle berührt von der traumhaft schönen, naturbelassenen und wilden Landschaft. Der Weg führt entlang einem gewundenen Bach, der über moosbewachsene Steine sprudelt und jedes Fischerherz höher schlagen lässt. Auf einem Aussichtspunkt, der einen fantastischen Blick über einen ruhigen, dunkelblauen See, gesäumt von kleinen Wäldchen und gelb, im Wind schmiegende Pappeln frei gibt, hören wir immer wieder das Röhren eines Hirsches. Auch die Übernachtung in einem Schloss, welches zu einer Jugendherberge umfunktioniert wurde, kann diese Augenblicke der Natur nicht übertreffen.
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| schottische Jugendherberge |
Am nächsten Morgen schlendern wir noch etwas im Schlosspark umher und beobachten wilde Hasen und Eichhörnchen, wie sie ausgelassen über die Wiesen hüpfen. Das fast zerfallene, riesige Gewächshaus ruft bei Esti und mir wunderschöne, grüne Bilder hervor, welche in kunstvollen, blumigen und kräutrigen Phantasien gipfeln. Wir können es kaum verstehen, wie so ein wunderschöner Raum ungenutzt bleiben kann. Die ganze Anlage jedoch sieht toll aus, doch innen ist es ziemlich baufällig, die sanitären Anlange tropfig und renovationsbedürftig. Trotzdem hält mich sein Charme gefangen.
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| in der Royal Mail in Edinburgh |
Die Highlands haben wir hinter uns gelassen und fahren nach Edinburgh. Hier gibt es sehr viele Übernachtungsmöglichkeiten und wir finden ein nettes Hostel mitten im Zentrum. Das Auto bringen wir zum Flughafen zurück und bekommen mit der Busfahrt zurück ins Zentrum eine Seightseeing-Tour anderer Art.
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| ..hörst Du, was er ruft? |
Der nächste Tag, leider unser letzter, ist alleine zur Besichtigung der Altstadt von Edinburg reserviert. Für eine Stunde nieselt es und wir erleben doch noch schottisches Wetter, denn wir haben unsere Regenjacken nie ausgepackt.
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| der Bräutigam mit typischer schottischen Tracht |
Natürlich finden sich auch hier überall Souvenierläden, die alle das gleiche verkaufen, neben Postkarten, Porzellan-Tassen mit den Sehenswürdigkeiten abgebildet auch Kilts in verschiedenen Karomuster. Kilt wird der traditionelle Schottenrock genannt, der mehrere Meter Stoff beträgt und zuerst um die Hüfte und dann noch um die Schulter gewickelt wird. Dieses wird dann mit einer Brosche fixiert. Die Felltasche, die um die Hüfte geschnallt wird besteht meistens aus Seehundfell und wird Sporan genannt. (Jedenfalls wird es in Diana Gabaldons mehrteiligem Highlander-Roman so beschrieben)
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| da wenig Verkehr, nett zum schlendern |
Wir laufen die Royal Mail - die beim Edinburgh Castle beginnt und abwärts Richtung Meer beim Holyrood Place endet - rauf und runter. Danach beschreiten wir die Princess Street, die moderne Einkaufsstrasse von Edinburgh, bestückt mit luxuriösen Designer-Shops sowie grossen Kaufhäuser.
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| wunderbare alte Häuser zieren Edinburghs Altstadt |
Abends geniessen wir unser letztes Abendessen in einem Pup mit Haggis als Vorspeise, dazu natürlich ein Guinnes, eine Steak Pie (Teigtasche mit Rindsgulasch), dazu Kartoffelstock und Gemüse oder ......
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| auf einer unserer Spaziergänge |
Die Woche verging viel zu schnell. Die wunderschönen Erinnerungen an die Reise werden uns begleiten. Esti und Remo, vielen Dank, dass wir mit euch mitfliegen durften, obwohl wir keine Ahnung von gar Nichts haben. Es war einfach SUPER.
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